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Umweltpreise

 
Beate Bölsche wurde für ihr langjähriges und vielseitiges Wirken für den Brandenburger Naturschutz mit dem Naturschutzpreis des Landes Brandenburg geehrt.

 

Der Naturschutzpreis des Landes wurde an Frau Beate Bölsche am 28.November 2012 in feierlichem Rahmen von Frau Ministerin Anita Tack verliehen. Dankenswerterweise hatte sich der Vorsitzende des Naturschutzbeirates Herr Michael Weggen bereit erklärt, die Laudatio für Beate Bölsche zu halten:

 

  

Laudatio anlässlich der Verleihung des Umweltpreises des Landes Brandenburg 2012 an Frau Beate Bölsche, von Michael Weggen, Naturschutzbeirat 

 

Liebe Beate,  sehr geehrte Frau Ministerin, werte Mitstreiter und Gäste,

  

Beate Bölsche erhält heute den Naturschutzpreis 2012 der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg. Aus diesem Anlass sei mir ein kurzer Rückblick in die Vergangenheit gestattet, damit sich alle, die Beate kennen, etwas zurückerinnern und die, die sie nicht kennen, besser verstehen, warum sie diese Auszeichnung verdient hat.

 

Wir gehen in das Jahr 1976 zurück. Du, Beate, arbeitest da schon einige Jahre als hauptamtliche Mitarbeiterin beim Kulturbund in der Stadt Brandenburg. Schwerpunkt deiner Arbeit war die Organisation der Arbeit der Fachgruppen in der Stadt. Du selbst warst schon seit 1949 Mitglied im Kulturbund, es macht Dir Spaß, auch mal selbst an der Fachgruppenarbeit teilzunehmen- „mal sehen, was die so treiben…“, Du warst bei den Natur- und Heimatfreunden aktiv, hast die Ornithologiefachgruppe mit gegründet, Botanik war ebenfalls interessant.

 

 

Es war also 1976 im Fontaneclub, als Dich eines Tages Herr Gierzewski aufsuchte. Herr Alfred Gierzewski, mein Biologielehrer, hatte damals viele Funktionen inne, die mit Natur und Naturschutz zusammenhingen; er war der  Naturschutzbeauftragte für den Stadt- und den damaligen Landkreis Brandenburg, Fachgruppenleiter der Natur- und Heimatfreunde im Kulturbund, Pilzsachverständiger und mehr. Der saß also bei Dir im Büro und erklärte Dir kurz und bündig – er liebte es immer kurz und bündig in solchen Momenten und duldete sowieso nicht gern Widerspruch: „Frau Bölsche, ich habe die Gicht und kann nur noch schlecht laufen, ab jetzt müssen sie die Großtrappen zählen“. Da hattest Du deine erste Aufgabe. Nur wenig später wurde Dir klar, dass Gierzewski nun auch die Wanderungen der Natur- und Heimatfreunde nicht mehr durchführen konnte. 80 Mitglieder hatte die Gruppe damals und Du konntest es nicht zulassen, dass diese Gruppe zerfiel und stelltest dich selbst als Fachgruppenleiterin zur Verfügung. Die Natur- und Heimatfreunde führten Wanderungen vornehmlich im Stadtgebiet und im Altkreis Brandenburg durch, weiterhin veranstalten sie Vorträge zu heimatkundlichen und naturwissenschaftlichen Themen. Du brachtest Dich als Wanderleiterin in Position, für die Vorbereitungen und die Wanderungen selbst kamen so 800 - 900 km jährlich zusammen, zu Fuß ! Gleichzeitig hast Du deine Mitarbeit in den anderen Fachgruppen intensiviert, um die möglichst viel Wissen anzueignen, um auf Deinen Wanderungen viel davon weitergeben zu können. Neben den schon genannten Fachgruppen hast Du auch bei der Denkmalpflege, der Stadtgeschichte und sogar manchmal bei der Numismatik (die mit dem Geld) mitgemacht.

 

 

Im Jahr 1978 hast Du dann etwas Neues bei den Natur- und Heimatfreunden eingeführt: Die Arbeitseinsätze. Gerade in dem Jahr war die Bekämpfung des Kiefernprachtkäfers Schwerpunkt in den Wäldern der Stadt. Unter dem Motto: „Nur vom Rumlaufen wird nichts anders - aktiv einsetzen !“ hast Du die ersten Arbeitseinsätze im Gördenwald durchgeführt. Es war keine unbedingt leichte Arbeit, die Stämme des stehenden und liegenden Totholzes mussten mit dem Spaten entrindet werden und die Rinde wohl 1m tief vergraben werden, damit die Käfer den Waldboden nicht wieder erreichen konnten. Dabei habt ihr schon 1978 103 Arbeitstunden geleistet. Da das doch überwiegend gut ankam, hast Du für die Folgejahre ein neues Objekt gefunden, die Naturschutzstation in Schenkenberg am Rietzer See.

 

 

Dort war auf Initiative von Gertfried Sohns aus einem Rinderoffenstall eine Naturschutzstation entstanden, dessen Außenanlagen ihr von 1979 - 1986 gepflegt habt. Pflegen hieß: die gepflanzten Bäume im Umfeld der Station vom Unkraut oder besser von den Wildkräutern befreien, damit sie sich überhaupt entwickeln könnten. Die Flächen waren ziemlich groß und so kamen schon mal 900 Stunden im Jahr zusammen. 1979 war die Pflege am Rietzer See nicht mehr notwendig und Du lenktest eure Aktivitäten von da an und bis jetzt in den Krugpark der Stadt Brandenburg, also dem Umfeld der dortigen Naturschutzstation. Von Laub harken bis Unkraut jäten, den Kräutergarten pflegen bis zum Anlegen von Benjeshecken reichen eure Aufgaben dort, auch in diesem Jahr kamen so noch über 200 Stunden zusammen. Insgesamt habe ich so an die 15.000 Arbeitstunden für die AG „Natur- und Heimat“ von 1978 bis jetzt überschlagen.

 

 

Hauptaufgabe blieb aber weiterhin das Wandern in der Arbeitsgruppe. Du bist „streckenkundig“ auf 140 Wanderstrecken und da nicht nur für die Route selbst sondern Wissenswertes zur Natur, zur Geschichte und zu Baudenkmälern.

 

Deine Wanderungen sind ein herausragender Beitrag in der Öffentlichkeitsarbeit für die Natur, den Natur- und Artenschutz, für die Heimatliebe. Gerade deshalb ist es besonders wertvoll, dass Du dich entschlossen hattest, die Wanderungen mit all ihren wissenswerten Informationen aufzuschreiben und zu veröffentlichen. Zwei Wanderführer sind es geworden, Einer davon 1999 erschienen, ist tatsächlich noch neu zu erhalten, der andere von 1994 nur noch antiquarisch, aber im Internet gerade nicht mehr, den vorerst letzten habe ich hier.

 

 

Mit diesen beiden Büchern hast Du es erreicht, über den Kreis deiner direkten Wanderteilnehmer hinaus wirksam zu werden und dein Wissen zu vermitteln.

 

 

Literarisch bist Du ja schon vorbelastet gewesen, Du hast schon lange in der havelländischen Autorengruppe mitgewirkt, viele Texte sind von Dir in ihren Publikationen veröffentlicht worden, sogar einen eigenen Band mit Gedichten hast Du veröffentlicht. Auch in diesem vermittelst Du dem Leser deine tiefe Liebe zur Natur.

 

 

Im Jahr 1990 wurde einiges anders für Dich. 4 Wochen vor Deinem 20. Dienstjubiläum endete Deine hauptamtliche Tätigkeit beim Kulturbund mit Vorruhestand. Du hast ehrenamtlich weitergemacht. Die Fachgruppen Ornithologie und Botanik wechselten vom Kulturbund zum Naturschutzschutzbund, der Dich als Ehrenmitglied aufnahm. Dort zählst Du auch heute noch regelmäßig die Wasservögel in der Stadt Brandenburg an der Havel.

 

 

1992 berief die Stadt Brandenburg einen Naturschutzbeirat. Es ist nach all den Dingen, die ich hier schon aufgezählt habe, ja auch völlig klar, dass  Du mit deinem Wissen und deinen Erfahrungen gleich bei seiner Gründung in den Beirat berufen wurdest. Seitdem gibt es kaum eine Beiratssitzung ohne dich, Du hast alle Höhen und Tiefen der Beiratsarbeit erlebt und bist noch immer dabei.

 

 

Zurück zum Ausgangspunkt:

 

 

Als Gierzewski Dir seine Aufgaben 1976 übertragen hat, hatte er die Leitung der Natur- und Heimatfreunde genau 25 Jahre wahrgenommen. Du warst damals sehr erschrocken vor dieser Zahl und fragtest dich, wie lange Du das wohl machen würdest- jetzt sind es 36 Jahre, Gierzewski hat mit der Wahl seiner Nachfolge so nicht falsch gelegen, eine bessere konnte es nicht geben.

 

 

Wir als deine engeren Mitstreiter bedanken uns für deine bisherige Arbeit, gratulieren zur Ehrung und wünsche dir erst einmal als Nahziel, die 40 Jahre mit der AG „Natur und Heimat“ voll zu machen, danach kann man ja weitersehen…Du selbst sagst ja zum Thema: „Ich will mich noch immer versuchen am Wort, an neuen Wegen. Für andere und meinetwegen“

 

 

Alles Gute, Beate

 

 

 

Umweltpreis 2012 der Stadt Brandenburg an der Havel

Frau Stein von der Galerie Sonnensegel liest aus dem Preisträger- Buch "Ricardo rettet den Regenwald"

Umweltpreis 2012 - Rege Teilnahme  

 

 

Die Umweltpreisvergabe fand am 2.6.2012 statt. In diesem Jahr wurden 5 Umwelt- Projekte eingereicht:

 

Vorschlag

Projektbezeichnung

Inhalt

Sonnensegel e.V.

Kinder- und Jugend-Kunst-Galerie

- 1. Preis -

„Ricardo rettet den Regenwald“

Ein Generationen-Buchprojekt

(8 Kinder und 6 Erwachsene im Alter von 8 – 70 Jahren)

Das Buch: Zitat: „Ricardo der kleine Pfeilgiftfrosch ist traurig. Sein geliebter Regenwald wird von rücksichtslosen Zweibeinern zerstört. Doch der clevere Frosch und sein Freund Edgar schmieden einen Plan um den Regenwald und die restliche bedrohte Welt zu retten.“

Das Projekt möchte möglichst viele Leute anregen über weiträumige Umweltzerstörung nachzudenken und etwas dagegen zu unternehmen.

Dr. Winfried Kohls

„Faszination der Nähe – Der Garten“

Auf einer CD mit einer 43-minütigen Bild-Ton-Show wird mit Hilfe von Makroaufnahmen von Pflanzen und Tieren seines eigenen Gartens auf die Möglichkeit der Erhöhung der Artenvielfalt durch naturbelassene Strukturen hingewiesen

IB Tagesgruppe „Apfelbäumchen“

„Von der Müllecke zum Naturschutzgebiet“

Bau eines Insektenhotels in Zusammenarbeit mit den AZUBIS der Heidelberger Druckmaschinen

Eine Müllecke, ein Schandfleck im Eingangsbereich der Tagesgruppe, soll zum Lebensraum für Kleintiere umgestaltet werden durch Anlage eines Kräuterbeetes und Aufstellung eines Insektenhotels.

 

Klasse 10I, von Saldern Gymnasium

(Frau Heider)

Müllbeseitigung im Schulumfeld und im Gördenwald

Im Rahmen des Unterrichts haben sich die Schüler ausgiebig mit dem Ökosystem Wald beschäftigt. Sie haben die Notwendigkeit der Sauberkeit von Lebensräumen erkannt, damit die Störungen durch den Menschen so gering wie möglich gehalten werden.

Frau A. Gleiß

 

Eigene Hühnerhaltung von 6 Tieren, um der Massentierhaltung entgegen zu wirken

Um nicht weiterhin das Leiden von in Massentierhaltung lebenden Hühnern zu unterstützen, hält Frau Gleiß seit einem Jahr selbst welche. Sie gibt genaue Angaben über die Größe und Beschaffenheit des Stalls an, in dem die Tiere schadstofffrei und hygienisch untergebracht sind. Gefüttert wird nur mit nicht gentechnisch veränderten Futtermitteln. Eiweißzusatz wird durch Buttermilch gegeben.

 

 

 

Umweltpreis 2013  

 

Machen Sie mit, es lohnt sich, 2012 wurden Preise in einer Gesamthöhe von 500 € vergeben.

Prämiert werden individuelle Ideen, Artenschutzmaßnahmen oder auch Müllberäumungsaktionen, die der Verbesserung der Umwelt dienen.

Zum Beispiel:

Richten Sie Brut-, Vermehrungs- und Aufenthaltsplätze für wildlebende Vögel, Insekten oder geschützte Säugetiere ein oder erhalten Sie solche

  • Fördern Sie Vorkommen geschützter Pflanzenarten
  • Gestalten sie ihren Garten, das Wohnumfeld oder das Firmengelände naturnah
  • Helfen Sie beim Amphibienschutz
  • Beteiligen Sie sich mit Aktionen am Tag der Artenvielfalt
  • Dokumentieren Sie Vorkommen geschützter Tierarten

 

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.  

Beteiligen können sich: Schüler, Engagierte Bürger, Kitas, Bildungseinrichtungen, Firmen und Organisationen.

 

 

Eingereicht werden können Projekte, die in geeigneter Weise zur Verbesserung der Artenvielfalt oder der Umwelt in der Stadt Brandenburg an der Havel beitragen, selbst wenn sie noch nicht abgeschlossen sind. Es muss jedoch erkennbar sein, dass das angestrebte Ziel mit den geplanten Mitteln erreicht werden kann.

 

Die Bewerbungsunterlagen sollen Weg und Ziel der durchgeführten oder geplanten Maßnahme aufzeigen. Die Unterlagen werden nach festgelegten Kriterien bewertet. Mit der Einsendung der Unterlagen wird der Stadt Brandenburg an der Havel gleichzeitig das Recht zur Präsentation und Veröffentlichung in den Medien übertragen. Jeder Bewerber erhält die von ihm eingereichten Unterlagen nach der Preisverleihung und der Präsentation der Projekte zurück.

 

Bewerben Sie sich bis zum 30. April 2013

 

Die Umweltpreisverleihung erfolgt anlässlich des Weltumwelttages im Rahmen des Krugparkfestes 2013 auf der Waldbühne im Krugpark.

 

Im Anschluss an die Preisvergabe findet ein Empfang für alle Bewerber im Naturschutzzentrum statt.

 

Es wird erwartet, dass die Bewerber bei der Preisvergabe anwesend sind, um ihre Teilnahmeurkunde oder den Umweltpreis entgegenzunehmen.

 

 

Weitere Infos erhalten Sie unter: Tel. 03381/ 66 31 35

 

Postanschrift:

Stadtverwaltung Brandenburg

Fachbereich Bauen und Umwelt

Fachgruppe Naturschutz

Klosterstraße 14

14770 Brandenburg a.d.H.

Die Umweltpreisverleihung erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges.