Sigrid Noack

Nahe Ferne

Vernissage: 01.02.2019, ab 18.00 Uhr
mit musikalischem Begleitprogramm von Joel Grip (Kontrabass)
Ausstellungszeitraum: 02.02. - 15.03.2019
Finissage: 15.03.2019, ab 18.00 Uhr

Kurator: Christian Kneisel

Sie war so fern, kommt uns jetzt ganz nah. Endlich! Die in Guben und Dresden tätige Malerin und Grafikerin Sigrid Noack stellt in der Kunsthalle Brennabor aus. Vom 1.2. bis zum 15.3.2019 können Sie in magische Bildwelten eintauchen, zeitgenössische Kunst der besonders feinen Art aus dem Osten Deutschlands erleben. Sigrid Noack, 1947 in Guben geboren, studierte von 1967 bis 1972 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Herbert Kunze und Gerhard Kettner. Nach ihrem Diplomabschluss setzte sie ihre Ausbildung als Meisterschülerin an der Akademie der Künste zu Berlin bei Lea Grundig und bei Jürgen von Woyski fort. Seit ihrem Studium erhält die Künstlerin Inspirationen durch ihre Bibliophilie, ihre ausgedehnten Reisen, nicht zuletzt durch ihre intensive Zusammenarbeit mit Schriftstellern und Musikern. International bekannt wurde Sigrid Noack auch durch ihre zahlreichen Künstlerbücher, von denen ein wesentlicher Teil in Zusammenarbeit mit der Brandenburger Schriftstellerin Ingeborg Arlt entstand. Mit ihren Werken ist Sigrid Noack in zahlreichen Museen und Sammlungen in Deutschland, Österreich, Frankreich, der Schweiz, der Slowakei, in Australien und den USA vertreten. Die Liste ihrer Ausstellungen im In- und Ausland ist ausladend und würde hier jeden Rahmen sprengen. Das Land Brandenburg repräsentiert sie seit 1998 mit zahlreichen Arbeiten in der Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen in New York.

Sigrid Noack reist ständig und viel, mit Büchern und Bildern, mit dem wagemutigen Erleben, dem vorurteilsfreien Eintauchen in fremde Kulturen erschließt sie sich die Ferne. Unbekannte Länder, Plätze und Objekte werden zu Sehnsuchtsorten. Schon während ihres Aufenthalts in Ägypten wurde Papyrus zum Bildträger, nach ihrer Reise durch Libyen wüster Sand zum Malgrund. Die Kultur der Aborigines führte sie in Australien zum Spirituellen, damit zur bevorzugten Abstraktion. Griechische Tempel sind für die Künstlerin lebendige Geschichte, Behausung von Göttern und Geistern gleichermaßen. Inspiriert wurde sie von Figuren und Ornamenten römischer Kunst. Ahnenfiguren in ethnologischen Sammlungen begegnen ihr als lebendige Charaktere und Erfüller ihrer Aufgaben. Auch der scheinbar so ferne Paracelsus ist in seiner ganzheitlichen Sicht des Menschen, seiner Moral und seinem oft antizipatorischen Denken Sigrid Noack ständig gegenwärtig: „Im Fernen entdecke ich das Eigene, mir Gemäße.“ Wir freuen uns und sind geehrt, den Ausstellungsreigen 2019 mit der faszinierenden, in Malerei, Zeichnung, Keramik, Skulptur und Buchkunst beheimateten Meisterin Sigrid Noack eröffnen zu können.