vier bunte Steckdosen und ein Stromzähler

Das Klimaschutzkonzept

Mit dem Klimaschutz- & Energiekonzept hat die Stadt Brandenburg an der Havel erstmalig den Energieverbrauch der gesamten Stadt und die CO2 Emissionen erhoben. Verbrauch wird nach Verkehr, Haushalten, Gewerbe & Industrie sowie städtischer Energienutzung bilanziert. Dabei wird auch nach Energieträgern unterschieden.

Zentrales Ziel ist es, Handlungsmöglichkeiten aufzudecken, die zu einer merklichen Minderung des Energieverbrauchs in der Stadt und zur Verminderung der Luftbelastung führen. Zugleich sollen Finanzierungsmöglichkeiten erschlossen werden, die Hauseigentümern, Unternehmen und der Stadt Brandenburg selbst erlauben, Investitionen zur Energieeinsparung durchzuführen.

Die Erarbeitung des Klimaschutzkonzepts ist abgeschlossen. Die Stadtverordnetenversammlung hat es in Ihrer Sitzung am 29. März 2017 beschlossen. Mit dem SVV-Beschluss wird die Verwaltung beauftragt, das Konzept umzusetzen.

Dokumente:

 

 

Ziele für den Klimaschutz

Klimaschutzpolitik im Allgemeinen und das Klimaschutzkonzept der Stadt Brandenburg an der Havel verfolgt das Oberziel, die Kohlendioxidemissionen soweit zu reduzieren, dass die globale Durchschnittstemperatur im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung um nicht mehr als 1,5°C ansteigt.  

Aktuell erzeugt jeder Brandenburger rund 6,6 t CO2 jährlich. Im Bundesvergleich ist das ein guter Wert, denn jeder Bundesbürger erzeugt im Durchschnitt knapp 10 t CO2 pro Jahr. Das langfristige Ziel ist, dass jeder Bundesbürger für nicht mehr als zwei Tonnen CO2 pro Jahr verantwortlich ist.

Noch vor der Katastrophe von Fukushima hat die Bundesregierung daher mit ihrem Energiekonzept vom 28. September 2010 sehr ambitionierte Klimaschutzziele formuliert. Verglichen mit 1990 sollen bis 2050 Treibhausgasemissionen aus fossilen Brennstoffen idealer Weise um 95 % gesenkt werden, mindestens aber um 80 %. Diese Ziele werden erreicht, indem Energie eingespart wird und die dann noch notwendige Energie möglichst aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird. Der Endenergieverbrauch soll bis 2030 um 40 % sinken. Vom verbleibenden Bedarf sollen 60 % aus regenerativen Quellen stammen. 

Diese Zielsetzungen machen den vollständigen Umbau des Energieversorgungssystems, aber auch erhebliche Investitionen in den Gebäudebestand notwendig. Sie bieten zugleich vielfältige neue Geschäftsfelder im Bereich der Energieerzeugung, in der Haustechnik, Windenergie, Solartechnik, Biogas, Kraft-Wärme-Kopplung, Fahrzeugtechnik, Gas- und Stromhandel. Die Energiewende macht Arbeit.

Energieverbrauch kostet die Bürger sehr viel Geld, nämlich zusammen ca. 200 Mio. €. Nur wenige Prozent Einsparung bringt schon spürbar mehr Geld in die Haushaltskasse. Die Einsparmöglichkeiten sind vielfältig und reichen von der Umstellung der Wohnungslampen auf LED über Energie sparende Kühlschränke und Waschmaschinen bis zum Elektroauto. Viele Investitonen in neue Haushaltstechnik sind unmittelbar rentabel, d.h. sie sparen selbst unter Berücksichtigung des Kaufpreises Geld.

Ein weiteres Handlungsfeld ist die Anpassung der Stadt an den bereits eintretenden Klimawandel. Die Zukunft wird wärmer und sie wird trockener. Es wird weniger regnen und mehr Wasser wird verdunsten. Es regnet weniger häufig, dann aber umso heftiger. Auf diese Veränderungen müssen wir uns vorbereiten. Besonders alte Menschen werden zukünftig mit extrem warmen Tagen zu kämpfen haben, so dass es z.B. für die Zukunft wichtig wird, mehr Schatten in der Stadt zu haben, damit es kühler bleibt.