Gewässerschutz

Veröffentlichungen nach IED und IZÜV

Gemäß der IE-Richtlinie (Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und Rates vom 24.11.2010) über Industrieemissionen (Amtsblatt der Europäischen Union  334/17 vom 17.12.2010) unterliegen bestimmte Anlagen einer besonderen Kontrolle durch die untere Wasserbehörde auf der Grundlage der Verordnung zur Regelung des Verfahrens bei der Zulassung und Überwachung industrieller Abwasserbe-handlungsanlagen und Gewässerbenutzungen (Industriekläranlagen-Zulassungs- und Überwachungs-verordnung – IZÜV) vom 02.05.2013 (BGBl. I S. 973, 1011).
 
Die untere Wasserbehörde ist u.a. angehalten, ein Überwachungsprogramm zu erstellen, in dem der Rhythmus der kontinuierlichen Überwachung/Kontrollen festgelegt wird. Grundlage der Anlagenüberwachung ist der vom Land Brandenburg aufgestellte Überwachungsplan. Er trifft Aussagen über die wichtigsten Umweltprobleme sowie deren Bewertung.

Übersichten: Anlagen und Deponien der kreisfreien Stadt Brandenburg an der Havel, die der IED unterliegen

Zu den durch die untere Wasserbehörde nach der IZÜV zu veröffentlichenden Informationen gehört der Bericht über die letzte Vor-Ort-Kontrolle in Form einer Information incl. der Angabe des Überwachungszyklus laut Überwachungsprogramm für die jeweilige Anlage.

Nach oben

Schiffbare Gewässer

Jedermann darf oberirdische Gewässer mit Fahrzeugen bis zu 1500 kg Wasserverdrängung ohne eigene Triebkraft benutzen.

Nicht oder nur teilweise befahren werden dürfen Gewässer, aus denen zur Trinkwasserversorgung Wasser entnommen wird und die innerhalb von Naturschutzgebieten (NSG) liegen. Z. B. dürfen die Plane und der Sandfurtgraben, soweit Brückenbauwerke dies zulassen, mit den o. g.  Fahrzeugen befahren werden. Das Anlegen mit den Fahrzeugen im Naturschutzgebiet (Unterlauf Plane/ Sandfurtgraben) ist jedoch verboten.

In manchen NSG ist das Befahren aller Gewässer mit Fahrzeugen jeglicher Art verboten, ausgenommen die Havel als Bundeswasserstraße und schiffbare Landesgewässer, wie z. B. der Emsterkanal.

Karte
Schiffbarkeitsklassen Brandenburger Gewässer

"Fahrzeuge bis zu 1500 kg Wasserverdrängung ohne eigene Triebkraft" sind offene Wasserfahrzeuge mit geringer Wasserverdrängung, die durch Muskelkraft oder Segel angetrieben werden. Zum Gemeingebrauch gehört auch die Benutzung des Gewässers durch gewerbliche Bootsleihbetriebe.

Die Befahrung mit motorbetriebenen Fahrzeugen gehört nicht zum Gemeingebrauch. Mit motorbetriebenen Fahrzeugen dürfen nur schiffbare Gewässer wie Bundes- und Landeswasserstraßen befahren werden.

Das Befahren nicht schiffbarer Gewässer mit Fahrzeugen, die durch Motorkraft angetrieben werden, bedarf der Zulassung der unteren Wasserbehörde.

Nicht schiffbar sind nicht mit der Havel verbundene Seen wie z. B. der Gördensee und der Bohnenländer See. Auch kleinere Fließgewässer wie z. B. der Jacobsgraben, Sandfurtgraben und die Plane sind in der Regel nicht schiffbar.

Auskunft über die Zulassung der Befahrung eines nicht schiffbaren Gewässers mit motorkraftbetriebenen Fahrzeugen im Einzelfall wird bei der unteren Wasserbehörde erteilt (Tel.: 03381/583112; Fax: -583104).

Nach oben

Trinkwasserschutz

Auf dem Gebiet der Stadt Brandenburg an der Havel wurden 1975/76 die Wasserschutzgebiete Kaltenhausen, Kirchmöser-Weinberg und Rietzer Berg sowie die Vorbehaltsgebiete Neu Plauer Forst und Göttin festgesetzt und haben weiterhin Bestand.

Das Wasserschutzgebiet für das Wasserwerk Mahlenzien wurde 2004 neu bemessen.

Auf Antrag des Wasserversorgers BRAWAG hatte die untere Wasserbehörde in Abstimmung mit der Trinkwasserschutzgebietskommission, dem Wasserwirtschaftsamt und den Ämtern der Stadtverwaltung Brandenburg an der Havel 1999 die Aufhebung der Wasserschutzgebiete Neuschmerzke, Plaue-Wendseeufer, Plaue-Gartenstadt und Wusterau beim Land Brandenburg beantragt.

Der stark zurückgegangene Trinkwasserverbrauch, die langfristig gesehen unzureichende Schutzfähigkeit und Schutzwürdigkeit dieser Grundwasservorkommen für die Trinkwasserversorgung konnten die Aufrechterhaltung des Schutzstatus nicht mehr rechtfertigen, zumal die Wasserwerke seit mehreren Jahren nicht mehr in Betrieb und die Brunnen zum Teil zurückgebaut sind. Mit Beschluss der Landesregierung Brandenburg vom 11.08.2000 wurden vorgenannte Wasserschutzgebiete daher aufgehoben.

 

 

Kartenausschnitt
Wasserschutzgebiete und Vorbehaltsgebiete in Brandenburg an der Havel.
Kartenausschnitt (Satellitenbild)
Darstellung der Schutzgebiete auf einer Satellitenaufnahme

Nach oben

Wasserschutzgebiet für das Wasserwerk Mahlenzien

Das Wasserwerk der Wasser- und Abwassergesellschaft Brandenburg an der Havel GmbH (BRAWAG GmbH) befindet sich im Norden des Ortsteiles Mahlenzien der Stadt Brandenburg an der Havel.

Die Wasserfassungen liegen in jeweils ca. 400 m Entfernung westlich ( 26 Brunnen Westfassung) und östlich (11 Brunnen Ostfassung ) des Wasserwerkes. Die Brunnen fördern aus einer Tiefe von 10 bis 30 Metern des oberen, unbedeckten und damit ungeschützten Grundwasserleiters.

Der Standort wird seit 1967 zur Trinkwasserförderung genutzt. Das Wasserwerk versorgt die Stadt Brandenburg an der Havel und das Umland mit Trinkwasser.

Das Wasserschutzgebiet Mahlenzien wurde mit einer Rechtsverordnung des Umweltministers Wolfgang Birthler am 05. Januar 2004 neu festgesetzt. Gleichzeitig wurde das dort bereits bestehende Wasserschutzgebiet aufgehoben.

Das Grundwasser kann durch Einträge von Schadstoffen verschmutzt werden, da die Filterwirkung der Bodenschichten begrenzt ist. Einmal eingetragene Schadstoffe verbleiben sehr lange in Boden und im Grundwasser, weil sie im Untergrund nur langsam oder überhaupt nicht abgebaut werden. Insbesondere von wassergefährdenden Stoffen, Abfällen, Abwasser,  Düngestoffen, Pflanzenschutzmitten, Tierhaltungen, Bohrungen und Abgrabungen gehen Risiken für das zur Trinkwassergewinnung genutzte Grundwasser aus. Eine bedeutende Rolle für das Wasserwerk Mahlenzien spielt die Wassergüte der Buckau, da 70% des geförderten Trinkwassers aus ihrem Uferfiltrat stammen.

Mit der Festsetzung eines Wasserschutzgebietes sollen diese Risiken verringert werden. Hier werden wegen der besonderen Bedeutung der öffentlichen Trinkwasserversorgung Handlungen verboten oder beschränkt, die außerhalb von Wasserschutzgebieten unter Beachtung der allgemeinen Anforderungen zum Grundwasserschutz zulässig sind.

Das neue, im Jahre 2004 festgesetzte Wasserschutzgebiet unterteilt sich in drei Schutzzonen:

Mit der Festsetzung eines Wasserschutzgebietes sollen diese Risiken verringert werden. Hier werden wegen der besonderen Bedeutung der öffentlichen Trinkwasserversorgung Handlungen verboten oder beschränkt, die außerhalb von Wasserschutzgebieten unter Beachtung der allgemeinen Anforderungen zum Grundwasserschutz zulässig sind.

Das neue, im Jahre 2004 festgesetzte Wasserschutzgebiet unterteilt sich in drei Schutzzonen:

  • Zone I - der Fassungsbereich. Er beschreibt einen Umkreis von 10 m um den jeweiligen Brunnen. Hier sind nur Tätigkeiten erlaubt, die zur Aufrechterhaltung der Wassergewinnung dienen. Das Gebiet dieser Zone wird in der Regel gegen unbefugtes Betreten gesichert. Es findet grundsätzlich keinerlei Flächennutzung statt.
  • Zone II - die engere Schutzzone. Sie ist so bemessen, dass das Grundwasser mindestens 50 Tage Fließzeit von der Grenze der Zone bis zum Brunnen benötigt und dabei eine Strecke von mindestens 100 m überwindet. Sie dient dem Schutz vor Verunreinigungen durch krankheitserregende Mikroorganismen und sonstigen Beeinträchtigungen, die bei geringer Fließdauer- und strecke zu den Brunnen gefährlich sind.
  • Zone III - die weitere Schutzzone. Sie umfasst das gesamte landseitige Einzugsgebiet. Damit  kann ein weitreichender Schutz der Trinkwasservorräte vor Beeinträchtigungen durch schwer oder nicht abbaubare chemische und radioaktive Verunreinigungen gesichert.

Es ist allen Nutzern von im Wasserschutzgebiet liegenden Grundstücken zu empfehlen, sich über die geltenden Schutzbestimmungen genauer zu informieren. Die Wasserschutzgebietsverordnung wurde im Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, Teil II - Verordnungen - (GVBl. II, Nr. 2, S. 48) am 06. Februar 2004 veröffentlicht. 

Bei Unklarheiten über die einzuhaltenden Schutzbestimmungen, insbesondere bei geplanten Maßnahmen im Wasserschutzgebiet sollte, je nach Lage der betreffenden Grundstücke im Stadt- oder Landkreis, die untere Wasserbehörde der Stadt Brandenburg an der Havel (Tel.: 03381/58 31 01) oder des Landkreises Potsdam-Mittelmark (Tel.: 033841/ 91-0) konsultiert werden.

Nach oben