Barrierefrei - was heißt das?

Barrierefrei - was ist das?

Barrieren befinden sich oft zuerst im Kopf, diese gelten als erste abzubauen.
Die Idee der Barrierefreiheit zielt auf den Abbau der Schranken, die Menschen an der Teilnahme und Teilhabe am öffentlichen und privaten Leben teilweise oder ganz hindern.
Dies kann erreicht werden durch Orientierungshilfen für blinde und sehbehinderte Menschen, weiterhin durch Kommunikationshilfen für hörbehinderte Menschen, aber auch z.B. für Analphabeten, allgemein durch barrierefreies Bauen, dass die Verschiedenheit der Menschen mit berücksichtigt.

Was sind Barrieren?

Barrieren bestehen praktisch überall: auf Straßen und Plätzen, in öffentlichen Gebäuden, Schulen und Kindergärten, in Läden, Büros, Arbeitsstätten, Wohnbauten etc. etc.
Barrieren sind Hindernisse, die grundsätzlich jeden Menschen betreffen können. Es hängt jedoch von der Lebenssituation jeder einzelnen ab, ob und wann eine Barriere wirksam wird. Stufen stellen beispielsweise für viele Menschen erst einmal kein Problem dar. Ist allerdings jemand auf Geh-Hilfen angewiesen oder mit dem Kinderwagen unterwegs, wird jede Stufe zum Hindernis, für RollstuhlfahrerInnen oftmals zu einem unüberwindbaren.

Barrieren werden von Menschen gebaut!

Junge Menschen überwinden Barrieren in der Regel leicht. Mit zunehmendem Alter nimmt allerdings die Wahrscheinlichkeit zu, an den vorhandenen Barrieren zu scheitern. Wenn eine Krankheit oder Behinderung dazukommt, werden plötzlich Barrieren spürbar und erfahrbar, die man vorher kaum bemerkt hat: Die Stufe am Laden um die Ecke, der Bus ohne Hublift, das Kino ohne Aufzug, die zu enge Badezimmertür, die mit dem Rollstuhl nicht passierbar ist.

In einer solchen Situation wird augenblicklich der diskriminierende Charakter von Barrieren erfahren.
Plötzlich ist man aus vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen. Viele Menschen denken dann, es wäre ihre persönliche Schuld oder ihr privates Schicksal, alltägliche Verrichtungen nicht mehr selbst tätigen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können.

Dabei liegt es in der politischen Verantwortung der gesamten Gesellschaft, Strukturen und Systeme so zu gestalten, dass sie von allen Menschen genutzt werden können. Tatsächlich werden aber nach wie vor unnötigerweise und oft unbedachterweiser Barrieren errichtet, die Menschen ausschließen. Von Geburt an behinderte Menschen erleben dies alles bereits von Kindheit an.

Barrieren können also sein: 

  • Stufen
  • Treppen
  • Bordsteine
  • Kopfsteinpflaster
  • zu steile Rampen
  • geringe Türbreiten und zu schmale Gänge
  • hohe Regale
  • zu hoch angebrachte Geldautomaten etc.
  • allesamt Barrieren, die die Mobilität betreffen 

Neben den baulichen Barrieren existieren auch solche, die die Kommunikation beeinträchtigen und/oder verhindern. Es ist immer noch keine Selbstverständlichkeit, Ampelanlagen, Aufzüge etc. mit akustischem Signal für blinde und sehbehinderte Menschen auszustatten.
Schreibtelefone, GebärdensprachdolmetscherInnen für hörgeschädigte Menschen zur Verfügung zu stellen. Kommunikationsbarrieren können auch durch die Verwendung einer verständlichen Sprache abgebaut werden.

Barrieren können auch sein: 

  • zu kleine Schriften
  • zu wenig Kontrast bei Schriften und Markierungen
  • schlechte Beleuchtungsverhältnisse
  • Speisekarten ohne Braille-Schrift
  • Theater ohne Induktionsschleifen
  • Veranstaltungen ohne Gebärdensprachdolmetscherinnen etc. etc.

Zwischen Mobilitäts- und Kommunikationsbehinderung gibt es keine klare Trennungslinie. Menschen, die in ihrer Mobilität behindert werden, erfahren auch oft den Ausschluss von Kommunikationsmöglichkeiten, da viele Räume des Dialogs für sie nicht zugänglich sind.

Ein Bordstein stellt für einen Menschen im Rollstuhl eine Barriere dar. Für einen blinden Menschen ist er keine Barriere, sondern unverzichtbarer Informationsträger ("hier beginnt die Straße"), der Kommunikation mitermöglicht. An diesem Beispiel sieht man, dass die Bestimmung einer Barriere immer an die jeweilige Lebenssituation gebunden ist. Es gilt also aufzupassen, dass der Abbau einer Barriere nicht eine neue erzeugt. Hier sind Kompromisse, besser noch intelligente Lösungen gefragt: Barrieren abzubauen und gleichzeitig deren Kommunikationsgehalt zu erhalten muss die Devise lauten.

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