Presseinformation

07.08.2017

Alles Bio – oder was … ist in der Biotonne?

Biotonne bitte ohne Plastikbeutel befüllen
Bioabfallsammelbehälter

Zurzeit wird in der Fachgruppe Umwelt und Naturschutz der Stadt Brandenburg an der Havel eine Masterarbeit zum Thema Bioabfall geschrieben. Konkret geht es um Störstoffe in der Biotonne und die Suche nach Maßnahmen, die dagegen wirksam ergriffen werden können.

Hintergrund dieser Masterarbeit ist das Ermitteln von Lösungsansätzen für  die Sammlung von  Bioabfall ohne Störstoffe, um so eine gute Kompostqualität auf der Kompostierungsanlage Fohrde gewährleisten zu können. Kompost ist ein wertvoller Dünger, welcher der Bodenverbesserung und dem Erhalt der natürlichen Bodenfunktion dient. Damit der Kompost auch zukünftig den verschärften Anforderungen des RAL-Gütesiegels entspricht, ist es notwendig, dass sich die Qualität des Bioabfalls aus der Stadt Brandenburg an der Havel verbessert.

In diesem Zusammenhang wurde in der Zeit vom 10.06. - 07.07.2017 eine anonyme Umfrage zum Thema Bioabfall durchgeführt. Das Ziel der 3-wöchigen Bürgerbefragung (online und persönlich) war es, die Verhaltensweisen und bestehenden Unklarheiten der Bürger der Stadt Brandenburg zum Thema Bioabfall zu ermitteln und anschließend zu analysieren. Die Teilnehmeranzahl von 569 Bürgern ist sehr zufriedenstellend. Teilnehmer der Umfrage waren zur Hälfte Mehrfamilienhausbewohner, 40 %  Eigenheimer und zu etwa 10 % Großwohnanlagenbewohner.
74 % der insgesamt Befragten sind zwischen 21 und 70 Jahre alt - eine vielfältige Altersstruktur.

Die Auswertung hat ergeben, dass die Mehrheit der Befragten ihre Abfälle bewusst trennen, jedoch ca. 62 % der befragten Mehrfamilienhausbewohner, ca. 6 % der befragten Großwohn-anlagenbewohner und etwa 8 % der befragten Eigenheimer ihre Bioabfälle samt Plastiktüte über die Biotonne entsorgen. Dabei kann allein durch die Ausleerung der Plastiktüten und deren anschließende Entsorgung im Restabfall  ein wichtiger Beitrag zur Qualitätsverbesserung des Bioabfalls geleistet werden. 12 % der Umfrageteilnehmer mit Biotonnenanschluss geben an, u. a. die sogenannten “kompostierbaren“ Plastikbeutel zu verwenden. Da diese Beutel jedoch nicht innerhalb der 6-wöchigen Rottezeit auf der Kompostierungsanlage Fohrde abgebaut werden, werden sie als Störstoff abgetrennt und teuer im Müllheizkraftwerk energetisch verwertet - Dies trifft auch auf jegliche andere sogenannte “kompostierbare“ Plastikverpackungen zu.

Deshalb bitten wir Sie, keine herkömmlichen oder sogenannten “kompostierbaren“ Plastikbeutel zu verwenden! Greifen Sie bitte stattdessen auf Papiertüten oder Zeitungspapier zurück!

Nur ca. 1/3 aller Befragten geben an, über die bei der Stadt Brandenburg an der Havel und der MEBRA mbH käuflich (3 €) erhältlichen 7 Liter Bioabfallsammelbehälter informiert zu sein. Die Behälter helfen bei der Getrennthaltung der Bioabfälle in den Haushalten. Durch einen herausnehmbaren Aktivkohlefilter im Deckel des Behälters entstehen keine unangenehmen Gerüche.

Im Allgemeinen sind die Akzeptanz sowie das Bioabfalltrennverhalten der Umfrageteilnehmer als positiv zu bewerten. Dennoch bestehen vereinzelte Informationsdefizite in der Zuordnung diverser Abfallarten in die entsprechenden Abfalltonnen. Die Mehrheit der Befragten ist motiviert und bestrebt, den Bioabfall getrennt zu sammeln. Unter Berücksichtigung der hier angegebenen Informationen können die Bürger einen großen Beitrag zur Verbesserung der Bioabfallqualität Ihrer Stadt Brandenburg an der Havel leisten

Wer Interesse an der ausführlichen Auswertung hat, kann diese unter www.stadt-brandenburg.de/fileadmin/pdf/31/Umfrageauswertung_Bioabfall.pdf nachlesen