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Presseinformation

 

20.04.2017

Eröffnung der Sonderausstellung „Sehnsucht und Obsession in Bildern und Briefschaften. Jürgen Lutzens“

Jürgen Lutzens, Des Abends, 1983

Am Freitag, dem 28.04.2017 findet um 18.00 Uhr im Stadtmuseum im Frey-Haus die Vernissage der neuen Sonderausstellung „Sehnsucht und Obsession in Bildern und Briefschaften. Jürgen Lutzens“ anlässlich seines 75. Geburtstages statt.


Der Maler und Briefschreiber Jürgen Lutzens, 1941 in Brandenburg geboren, arbeitete als Werbe- und Ausstellungsgrafiker. Künstlerisch bildete er sich als Autodidakt, indem er u.a. von ihm geschätzte Hallenser und Dresdner Maler in ihren Ateliers konsultierte. Lutzens lyrische Brandenburger Landschaften zeigen in der Ausstellung im Brandenburger Museum, wie er im Gefolge der halleschen Künstler zwischen Abstraktion und Realismus, in der Zeit zwischen 1965 und 70, ein Brandenburger Verwandter der halleschen Schule geworden ist. Obwohl seine Arbeiten Professionalität besitzen, wurde ihm die Aufnahme in den Verband bildender Künstler der DDR mehrmals verweigert.


Nach 1990 sah er für seine, die Qualität hochhaltende Kunst in der massenhaften Kunstproduktion keine Chance. Er stellte die künstlerische Arbeit ein. Selbst die Arbeitsmöglichkeit zum täglichen Broterwerb ging mit der Hypertrophie der computergesteuerten Mittel in der Werbung und mit dem Zusammenbruch der Geschäftskontakte flöten. Die Ausstellung vereint 15 Ölbilder und über 30 Zeichnungen aus dem Zeitraum von 1965 bis 1990 und gibt einen Einblick in Lutzens einstige Korrespondenz mit namhaften Künstlern aus West und Ost.

 

Durch die Geschichte des Briefwechsels wird erhellt, welches Bedürfnis auf beiden Seiten bestand, miteinander ins Gespräch zu kommen. Im Briefaustausch ab 1962 wurde Jürgen Lutzens ein Botschafter für mehr als 30 Künstler und Kunstwissenschaftler im Westen, die er über das Kunstleben der DDR in Kenntnis setzte. „Mich interessiert das alles sehr, was Sie über die jungen Künstler der Ostzone berichten (…), denn mir fehlt jedes originale Wissen“, so schrieb der Direktor der Westberliner Nationalgalerie Werner Haftmann 1967. Die Staatsgalerie Stuttgart bedankte sich für die Übersendung des Kataloges „Handzeichnungen“, den Lothar Lang 1967 im Kunstkabinett herausgebracht hatte, und von den besten Künstlern der DDR die „reichen Möglichkeiten und Funktionen des Zeichnens überhaupt“ ausbreitete. Im deutsch-deutschen Briefwechsel trage Lutzens, so der Kölner Maler Bernard Schultze (1966), „ein wenig dazu bei, daß das Gespräch zwischen DDR – Bundesrepublik zu stande kommt.“ Durch seine rege Korrespondenz wurde Jürgen Lutzens eine Adresse für künstlerische, kunstpolitische Mitteilungen der Künstler untereinander.

Der deutschbelgische Manierismusforscher Gustav René Hocke würdigte Lutzens Forschungslust als ein Exempel jener Menschen, „die den Weg einer geistigen Versöhnung suchen“. Lutzens Briefe bezeugen die bemerkenswerte, unablässige Freundschaft zu dem herausragenden älteren Brandenburger Maler Curt Ehrhardt, dem er Bücher und Kataloge zeigte, lieh und schickte. Als Ehrhardt später in der BRD lebte, vermittelte Lutzens aus Brandenburg vielfältige Kontakte zu westlichen Museen und Kunsthistorikern. Dass Postsendungen in der DDR oft nicht ankamen, ließ viele resignieren. Dazu fand der Kölner Bildhauer Gerhard Marcks den ironischen Schluss: „Mao sagt: der Tiger macht aus Angst Angst“ (1969).

 

Autor: Peter Arlt


Eingeladen sind alle Kunstinteressierten, alle Weggefährten und Freunde des Künstlers, um bei der Eröffnung dabei zu sein. Die Ausstellung läuft bis zum 11. Juni 2017.


Am 21. Mai 2017 findet im Rahmen des Internationalen Museumstages um 15.30 Uhr ein Gesprächsrundgang mit Jürgen Lutzens in der Ausstellung statt.

 

Anschrift:
Stadtmuseum im Frey-Haus
Ritterstraße 96
14770 Brandenburg an der Havel


Öffnungszeiten:
dienstags – sonntags 13.00 – 17.00 Uhr (nicht am 25.05.2017)
zusätzlich:
Montag, 01.05.2017 13.00 – 17.00 Uhr
Montag, 05.06.2017 13.00 – 17.00 Uhr

 

Pressekontakt der Stadtverwaltung Brandenburg an der Havel

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