Presseinformation

23.05.2005

Konversionssommer 2005 eröffnet

Bei der Auftaktveranstaltung zum diesjährigen „Konversionssommer“, die am 23.05.2005 in der ROLAND-Kaserne in Brandenburg an der Havel durchgeführt wurde, hat Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann auf die Erfolge hingewiesen, die die Havelstadt in den vergangenen Jahren bei der Nachnutzung ehemaliger militärischer Liegenschaften erzielt hat.

 

Mit dem Abzug der letzten russischen Einheit aus der Stadt am 30.08.1993 und der Aufgabe der letzten durch die NVA genutzten Liegenschaft am 30.03.1995 stand die Stadt gemeinsam mit dem Bund und dem Land vor der Aufgabe, ehemalige militärische Liegenschaften im großen Maßstab einer zivilen Nutzung zuzuführen. Von der zur Wende militärisch genutzten Fläche von insgesamt 1.775 Hektar musste für 1.339 Hektar eine Nachnutzung gefunden werden. Dabei handelte es sich um 319 Hektar ehemalige russische Liegenschaften, wovon sich allein 81 Hektar im innerstädtischen Bereich befanden. Von den 1.020 Hektar ehemalige deutsche Liegenschaften befanden sich im innerstädtischen Bereich knapp 13 Hektar.

 

Als hervorhebenswerte Beispiele nannte die Oberbürgermeisterin die Umwandlung der ehemaligen NVA-Kaserne in der Magdeburger Straße zur Fachhochschule Brandenburg, den Umbau der sich daneben befindlichen ehemaligen russischen Kaserne zum Finanzamt und Amtsgericht, auf der gegenüberliegenden Seite der geförderte Wohnungsbau und Wohnen mit Service für die ältere Generation sowie die Liegenschaften in der Friedrich-Engels-Straße.

 

Das Stadtoberhaupt zeigte aber auch auf, dass der Konversionsprozess in den letzten Jahren immer schwieriger geworden ist. So sei es trotz umfangreicher Abrissmaßnahmen, einer sehr guten Standortlage und einer guten und abgestimmten Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Boden Gesellschaft für Grundstücksverwaltung und –verwertung mbH (BBG) bisher nicht gelungen, Teile der Kasernenanlagen in der nördlichen Magdeburger Straße einer Nachnutzung zuzuführen.

 

Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht der Tatsache, dass mit der Umwandlung des ehemaligen russischen Panzerwerkes in Kirchmöser in ein modernes Industriegebiet mit einer Größe von 42 Hektar gerade eine weitere große Konversionsaufgabe in Angriff genommen wurde, verwies Dr. Dietlind Tiemann auf die enorme Herausforderung, vor die sich die Stadt im Zusammenhang mit der beschlossenen Schließung der ROLAND-Kaserne zum Jahr 2008 gestellt sieht.

 

Vor Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns sowie Vertretern der BBG, der Wehrbereichsverwaltung Ost, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und weiterer Beteiligter am Konversionsprozess mahnte Brandenburgs Stadtoberhaupt ein gemeinsames Handeln von Bund, Land und Kommunen sowie eine umfassende Unterstützung der betroffenen Städte und Gemeinden an.