Presseinformation

05.12.2018

Stadtverordnete beschliessen Verkehrsentwicklungsplan, Nahverkehrsplan und Parkraumkonzept

OB Steffen Scheller: „Mit dem anspruchsvollen Maßnahmepaket im Volumen von knapp 50 Mio. Euro wollen wir die Verkehrsentwicklung selbst aktiv steuern."

Zu den von der SVV beschlossenen Planwerken erklärt OB Steffen Scheller:

„Als kreisfreies Oberzentrum sind wir Verkehrsknoten der gesamten Region und erleben auch selbst Wachstum als Stadt, z.B. durch Zuzug von jungen Familien. Das ist schön, aber auch eine Herausforderung insbesondere bei der Bewältigung der Verkehrsströme. Auch wenn sich die Mobilität weiter verändern wird, so sind und bleiben viele zehntausende Bürgerinnen und Bürger täglich auf ihr Auto angewiesen, entweder beruflich oder familiär. Hier muss man einfach immer die Realität im Blick behalten.

Mit dem jetzt beschlossenen Maßnahmepaket bis 2030, das im Volumen knapp 50 Mio. Euro ausmacht, haben wir deshalb wichtige Ziele beschlossen, um den Verkehr in unserer Stadt aktiv zu steuern.

Dazu zählen u.a. die Verbesserung und Beschleunigung unseres Zentrumsrings, der Ausbau von Geh- und Radwegen, die Verbesserung der Anbindung unserer Ortsteile und der Ausbau des ÖPNV auch in den Abendstunden. Daneben wollen wir auch einige spannende kleinere Projekte anpacken, wie z.B. den kleinen Stadtteilbus in Kirchmöser (neben der Linie E), den wir prüfen wollen.

Bei einem Volumen von knapp 50 Mio. Euro ist jedem klar, dass wir das nicht von heute auf morgen schaffen können. Wichtig ist aber, dass wir klare Vorstellungen und Ziele für die zukünftige Verkehrsentwicklung haben, die wir kontinuierlich umsetzen werden. Wir wollen nicht abwarten, sondern die Entwicklung selbst aktiv steuern."

Beschlossene Ziele im Detail:

Kfz-Verkehr

1. Attraktivierung und Stärkung des Zentrumsrings zur Verlagerung und Bündelung des Kfz-Verkehrs und Entlastung der Innenstadt, dazu gehören z. B.:

  • Abschnittsweiser Ausbau des Zentrumsrings (der Bundesstraßen) im Stadtgebiet durch den Landesbetrieb Straßenwesen einschl. OU Schmerzke, Beseitigung BÜ Wust.
  • Neubau der Verbindung Gerostraße - Willi-Sänger-Straße mit Verkehrsberuhigung in der Altstadt (Ausweisung der Mühlentorstraße als Fahrradstraße).
  • Ausbau der Grünen Welle und Prüfung von Zulassung Tempo 70 am Stadtring einschl. Erneuerung des Verkehrsleitrechners

2. Öffentlicher Diskussionsprozess zum Umbau des Straßenzugs Jacobstraße-Steinstraße-Neustädtischer Markt

3. Langfristig: Neubau Umfahrung Wilhelmsdorfer Vorstadt mit anforderungsgerechten Rad- und Gehwegen, Tempo 30 auf Wilhelmsdorfer Straße, Jacobstraße, nördlicher Bauhofstraße

Radverkehr

4. Bauliche Umsetzung von 7 Hauptradrouten zwischen Ortsteilen, Stadtrand und dem Zentrum.

5. Lückenschlüsse im weiteren Radroutennetz durch Neubau und Markierungen (z.B. Grillendamm, Ziegelstraße, Gerostraße).

6. Bessere Verknüpfung von Radverkehr und ÖPNV durch den Bau von Abstellanlagen an Haltestellen, vor allem in den Ortsteilen.

7. Fahrradabstellanlagen und Fahrradboxen an wichtigen Verknüpfungshaltestellen und zentralen Orten (Bahnhöfe, Jahrtausendbrücke…).

ÖPNV, Nahverkehrsplan

8. Haltestellenausbauprogramm zur Herstellung von Barrierefreiheit und Stärkung der Umstiegshaltestellen, Neubau von Haltestellen (Bauhofstraße, Magdeburger Straße TH)

9. Bau eines Haltepunkts für den RB 51 Brandenburg – Rathenow im Bereich der Wilhelmsdorfer Landstraße einschl. Verknüpfung mit Buslinie und Anlage von Parkplätzen

10. Ausbau der Verknüpfung von Radverkehr und ÖPNV (siehe Punkte 6 und 7)

11. Angebotsverdichtung im ÖPNV tagsüber sowie in den Abend- und Nachtstunden, insbesondere für die Stadtteile Göttin, Klein Kreutz, Schmerzke, Wust und Gollwitz.

12. Stadtteilbus Kirchmöser zusätzlich zur Linie E (NVP Grafik 19, Seite 60).

13. Langfristig: Stärkung Nachtlinienangebot mit Straßenbahn als Stammstrecke

Fußverkehr

14. Anforderungsgerechte und bequemen Gehwege bei Rekonstruktion von Straßen.

15. Neubau/Ausbau von Querungshilfen (z. B. Magdeburger Straße, Rathenower Straße, Bauhofstraße, Jacobstraße, Gördenallee).

16. Neubau von Gehwegverbindung (z. B. Kummerléstraße (TGZ), Friesenstraße – Bauhofstraße, Kanalstraße - An der Stadtschleuse – Bauhofstraße).

Ruhender Verkehr

17. Umsetzung Parkraumkonzept - Neuordnung der Parkraumbewirtschaftung in der Innenstadt (Altstadt und Neustadt) mit dem Ziel einer räumlichen Entzerrung des Kunden- und Anwohnerparkens.

18. Ausweisung des Areals am Wiesenweg als Zentralparkplatz inclusive verbesserter Anbindung durch den ÖPNV (neue Buslinie, NVP Grafik 20, Seite 62).

19. Installation eines Parkleitsystems mit integrierter Auslastungsinformation

20. Langfristig: Sicherung eines Parkhausstandortes westlich der Steinstraße, Neubau einer Tiefgarage unter dem Neustädtischen Markt als Ersatz des oberirdischen Parkplatzes

 

Zudem enthalten die Planwerke viele weitere Punkte mit Aussagen zu den Themen Mobilitätsmanagement, Elektromobilität und Öffentlichkeitskampagnen (z.B. Werbung zur Verkehrssicherheit sowie Stärkung des Radverkehrs)

Gesamtvolumen der Maßnahmen: 49 Mio. Euro