Was wird gefragt?

Gefragt wird im Kurzinterview zum Beispiel nach Namen, Geschlecht, Familienstand und Staatsangehörigkeit. Diese Fragen werden allen Haushalten an den ausgewählten Adressen gestellt. Die Beantwortung dauert fünf bis zehn Minuten. Dabei besteht Auskunftspflicht, d.h. man ist gesetzlich verpflichtet, zu antworten.

Zusätzlich gibt es einen erweiterten Fragebogen. Hierbei werden beispielsweise Fragen zu Bildungsstand und Erwerbstätigkeit gestellt. Die Beantwortung dauert ebenfalls etwa zehn Minuten. Auch für diese Fragen ist die Beantwortung verpflichtend. Die Auskunft kann online selbst erteilt werden. Hierfür erhalten die Befragten vom Erhebungsbeauftragten persönlich die Zugangsdaten überreicht. Wer nicht online melden will oder kann, kann den erweiterten Fragebogen in Ausnahmefällen auch als Papiervariante ausgehändigt bekommen.

Informationen zur Erhebung

Wer wird befragt?

Nicht alle Einwohnerinnen und Einwohner werden befragt. Für die Haushaltebefragung wird eine repräsentative Stichprobe gezogen.

Etwa drei Monate lang interviewen die sogenannten Erhebungsbeauftragten („Interviewer“) der kommunalen Erhebungsstelle Brandenburg an der Havel die Haushalte an den ausgewählten Anschriften.

Ende August werden die Befragungen der Haupterhebung abgeschlossen sein. Vereinzelt kann es im Anschluss zu Wiederholungsbefragungen durch die Erhebungsbeauftragten kommen, um die Qualität der Ergebnisse zu sichern.

Wie läuft die Befragung ab?

Eines sollten alle Bürgerinnen und Bürger vorab wissen: Die Interviewerinnen und Interviewer kommen nicht unangemeldet vorbei. Vor der Befragung wird den Auskunftspflichtigen eine Terminankündigung wird durch den zugestellt. Darauf sind auch die Kontaktdaten des Interviewers enthalten, um den Termin bei Bedarf verschieben zu können.

Klingelt der Interviewer zum angekündigten Termin an der Haustür, zeigt er auf Verlangen seinen offiziellen Erhebungsbeauftragtenausweis in Verbindung mit seinem Personalausweis vor, um die Rechtmäßigkeit seiner Tätigkeit nachzuweisen.

Die Haushaltebefragung zum Zensus 2022 findet grundsätzlich in einem persönlichen Gespräch statt. Es ist nicht zwangsläufig erforderlich, dass beim Besuch des Erhebungsbeauftragten alle Mitglieder eines Haushalts anwesend sind. Das Zensusgesetz erlaubt, dass ein volljähriges Haushaltsmitglied die Angaben auch für andere Haushaltsmitglieder machen kann.

Wichtig: Die Erhebungsbeauftragten dürfen nicht nach Einkommen, Religion, Bankinformationen, Ausweisdokumenten, Passwörtern, Unterschriften oder Impfstatus fragen. Sie haben keine Kenntnis über Telefonnummern oder E-Mail-Adressen. Daher findet der Erstkontakt mit den Auskunftspflichtigen ausschließlich durch die postalischen Terminankündigungsschreiben statt. Wenn ein Anruf erfolgt, dann nur als Rückruf auf einen vorangegangenen Anrufversuch der Auskunftspflichtigen.

Wenn ein Anruf erfolgt, dann nur als Rückruf auf einen vorangegangenen Anrufversuch der Auskunftspflichtigen.

Die Bürgerinnen und Bürger müssen die Erhebungsbeauftragten nicht in die Wohnung lassen. Bestehen Zweifel an der Legitimität des Erhebungsbeauftragten oder der Echtheit des Erhebungsbeauftragtenausweises, können die Betroffenen die zuständige Erhebungsstelle in Brandenburg an der Havel kontaktieren.

Alle Erhebungsbeauftragten sind zur Verschwiegenheit per Gesetz verpflichtet.

Muss man die Fragen beantworten?

Ja. Es ist gesetzlich im Rahmen des Zensusgesetztes 2022 geregelt, dass die Bürgerinnen und Bürger bei den zum Zensus zugehörigen Erhebungen Auskunft geben.

Wer also für den Zensus ausgewählt wurde, ist zur Teilnahme verpflichtet. Die Auskunftspflicht findet sich in §23 des Zensusgesetzes. Eine Ablehnung der Teilnahme am Zensus ist nicht möglich. Sollten die angeschriebenen Bürgerinnen und Bürger vergessen haben bei der Erhebung teilzunehmen, dann erhalten sie zunächst eine entsprechende Erinnerung. Bei Nichtteilnahme wird letztlich ein Zwangsgeld ausgesprochen.

Die Befragung ist gelaufen, was passiert jetzt?

Der Gesetzgeber verlangt die Prüfung der Qualität der Ergebnisse. Daher findet für einen kleinen Teil der Befragten ein weiteres Interview, die sogenannte Wiederholungsbefragung, statt. Rund vier Prozent der Personen, die bereits an der Haupterhebung teilgenommen haben, müssen sich erneut dem Kurzinterview durch einen Erhebungsbeauftragten stellen.

Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ)

Zum Zensus 2022 gehört auch eine Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ). Dazu werden alle Haus-Eigentümerinnen und Eigentümer oder Verwaltungen von Wohnungen oder Gebäuden mit Wohnraum befragt. Das Ziel der GWZ ist die vollzählige Erfassung aller Gebäude mit Wohnraum sowie aller Wohnungen zum Zensus-Stichtag. Die Zugangsdaten zum GWZ-Online-Fragebogen werden postalisch zugestellt. Auch für die GWZ besteht eine Auskunftspflicht.

Welche Ergebnisse liefert der Zensus?

Die Ergebnisse des Zensus liefern folgende Informationen:

  • aktuelle Bevölkerungszahlen
  • Daten zur Demografie, das heißt Alter, Geschlecht oder zum Beispiel Staatsbürgerschaft der Einwohnerinnen und Einwohner
  • Daten zur Wohn- und Wohnungssituation wie durchschnittliche Wohnraumgröße, Leerstand oder Eigentümerquote

Die Daten werden nur anonymisiert ausgewertet. Beim Zensus geht es nicht darum, etwas über die individuellen Lebensverhältnisse oder Einstellungen der Einwohnerinnen und Einwohner zu erfahren. Vielmehr bedeutet Statistik, dass Daten verallgemeinert, Summen gebildet und Durchschnitte berechnet werden - und gerade nicht der Einzelfall dargestellt wird. Ziel und Zweck ist es ausschließlich, eine verlässliche Datenbasis für weitere Planungen zu erhalten.

Wofür dürfen meine Daten verwendet werden?

Für die Durchführung des Zensus gilt das sogenannte Rückspielverbot. Deshalb ist die Erhebungsstelle vom weiteren Verwaltungsvollzug der Stadt Brandenburg an der Havel organisatorisch und räumlich abgeschottet. Dadurch wird gewährleistet, dass die beim Zensus erhobenen Daten ausschließlich dafür verwendet werden. Sollte beim Zensus beispielsweise festgestellt werden, dass eine Person in der Stadt Brandenburg an der Havel wohnt, ohne dort gemeldet zu sein, darf deren Name keinesfalls an das Meldewesen weitergegeben werden.

Wie schützen wir Ihre Daten?

Die Sicherheit Ihrer Daten hat für uns höchste Priorität!
Deshalb

  • unterliegen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Interviewerinnen und Interviewer der gesetzlichen Schweigepflicht und der statistischen Geheimhaltungspflicht.
  • erfolgt die Online-Datenübermittlung verschlüsselt.
  • geben wir die erhobenen Einzeldaten nicht an Dritte weiter, auch nicht an andere Behörden außerhalb der Statistik.
  • werden Ihre persönlichen Daten zum frühestmöglichen Zeitpunkt von Ihren weiteren Angaben getrennt und gelöscht, sodass keinerlei Rückschlüsse auf Ihre Person möglich sind.

Wer führt den Zensus durch?

Die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder bereiten die Befragungen vor, koordinieren die Durchführung und sichern die Einhaltung der Qualitätsstandards.

Für die Befragungen in Haushalten und Wohnheimen vor Ort sind die Erhebungsstellen in den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie Interviewerinnen und Interviewer als sogenannte Erhebungsbeauftragte zuständig.

Weiterführende Informationen

Umfassende Informationen zum Zensus 2022 erhalten Sie auf der offiziellen Seite der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder unter www.zensus2022.de.

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