Dom St. Peter und Paul

Der Dom zu Brandenburg, den Aposteln Petrus und Paulus geweiht, ist das älteste erhaltene Bauwerk und Ausgangspunkt der Geschichte der Stadt Brandenburg an der Havel. Die Grundsteinlegung erfolgte 1165 durch den Mönchsorden der Prämonstratenser. Es entstand zu Beginn eine einfache kreuzförmige Saalkirche im romanischen Stil, welche in den folgenden Jahrzehnten mit dem Ausbau des Längshauses, der Krypta und dem ersten Teil der Doppelturmfassade zu einer romanischen Basilika erweitert wurde. Aus dieser ersten Bauperiode sind nur wenige Bauelemente, wie die Grundmauern des Chores und Fragmente des nördlichen Querschiffes, erhalten. Im Zeitraum vom 13. bis 15. Jahrhundert erfolgten gotische Um- bzw. Erweiterungsbauten. Statt der zwei geplanten Türme wurde nur der Nordturm errichtet. Der erste hölzerne Turmbau wurde im 17. Jahrhundert durch einen steinernen Turmaufbau ersetzt. Im Jahr 1705 erfolgte die Gründung der später als Ritterakademie bezeichneten Bildungseinrichtung für die Zöglinge des Adels. 1871 wurde die Schule im  Westflügel des Klosters ausgebaut. 1937 musste der Schulbetrieb eingestellt werden, das Internat existierte noch einige Jahre weiter.

Bereits 1828 wurde durch Karl Friedrich Schinkel in einem Gutachten der schlechte Zustand des Unterbaus des Domes festgestellt. Da die Fundamente in dem sumpfigen Boden nicht bis zum festen Grund reichten, drohte das Bauwerk einzustürzen. Durch das Einbringen von Zugankern im Mittelschiff sowie den Neuaufbau des südlichen Seitenschiffes gelang es die Statik zu stabilisieren. Nach weiteren umfangreichen Restaurierungsarbeiten durch Schinkel (von 1834 bis 1836) und der Vollendung des Turmbaus erfolgte am 1. Oktober 1836 die Wiedereinweihung des eindrucksvollen Backsteinbaus in Anwesenheit des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. Von Anfang bis Mitte der 1960-er Jahre erfolgten weitere umfangreiche Restaurierungs- und Sicherungsarbeiten. Zahlreiche Bohrpfähle wurden in die Erde getrieben, um die statischen Grundlagen zu festigen. Außerdem wurde die Schinkel-Treppe heraus genommen und auch an anderen Stellen eine Annäherung an den mittelalterlichen Bauzustand vollzogen. Doch bereits kurz nach der politischen Wende und der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde deutlich, dass die Standsicherheit des Brandenburger Domes St. Peter und Paul nach wie vor gefährdet ist und ein drohender Einsturz nur durch weitere umfangreiche Maßnahmen zur Sicherung und Sanierung des Gebäudes dauerhaft abgewendet werden kann. Nach intensiven Untersuchungen gingen die beauftragten Architekten und Ingenieure  zwischen 1996 und 1999 daran, mit modernster Technik und neuesten Methoden die dauerhafte statische Sicherung des Domes zu erreichen. Mitte 1997 musste der Dom sogar für ca. ein Jahr für die Öffentlichkeit geschlossen werden.

Ohne das beispielhafte Engagement des Fördervereins "Dom zu Brandenburg" wäre die Lösung dieser großen bautechnischen Herausforderung und wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe nicht möglich gewesen. Seit seiner Gründung im Jahr 1995 hat der Förderverein Spendenmittel in Höhen von ca. 6,5 Millionen DM (ca. 3,32 Millionen Euro) gesammelt und hauptsächlich für die Rettung des Domes zur Verfügung gestellt. Aber auch andere Sanierungs- und Restaurierungsvorhaben wurden mit diesen Spendenmitteln in den letzten Jahren unterstützt und gefördert.

Die "Wiege der Mark Brandenburg", wie die Dominsel noch heute oft genannt wird, hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Sanierungsarbeiten am Dom und den angrenzenden Gebäuden sind gut voran gekommen, an der Evangelischen Grundschule und am Evangelischen Gymnasium werden wieder junge Menschen unterrichtet, die touristische und verkehrstechnische Infrastruktur wurde entscheidend verbessert. Beim Besuch der Stadt Brandenburg an der Havel sollte man daher unbedingt einen Abstecher zum Brandenburger Dom St. Peter und Paul unternehmen. Das Domstiftsarchiv und das Dommuseum, zu finden in den angrenzenden Klausurgebäuden, sind in Besitz zahlreicher Schätze. Dazu gehören wertvolle alte liturgische Handschriften, eine Sammlung gotischer Sakraltextilien und Geräte (z.B. das Hungertuch von 1290), Dokumente aus der Geschichte des Bischofsitzes (Gründungsurkunden des Bistums Brandenburg von 948 und der Stadt Berlin von 1244) sowie ca. 35.000 Bände der Stiftsbibliothek.