Jüdische Friedhöfe

Jüdischer Friedhof I

alter jüdischer Friedhof in schwarz weiß

In der jüdischen Religion sind die Seelen der Verstorbenen unsterblich. Ein Jüdischer Friedhof, ein "Haus der Ewigkeit", ist deshalb ein Ort, der immer Bestand haben muss. 1747 legte die Jüdische Gemeinde der Stadt hier einen Friedhof an. Von seiner Erweiterung um 1860 zeugt die noch vorhandene Friedhofsmauer mit den wenigen eingefassten Grabplatten. Vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 zählte die Jüdische Gemeinde in der Stadt etwa 200 Mitglieder. 1938 verwüsteten die Nationalsozialisten den Jüdischen Friedhof und die zugehörige Trauerhalle. Die letzten noch in der Stadt lebenden Mitglieder der Jüdischen Gemeinde wurden am 13. April 1942 deportiert.

Im Dezember 1943 erwarb die Stadt den Jüdischen Friedhof vom Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg, dem das Eigentum der "Reichsvereinigung der deutschen Juden" wenige Monate zuvor übertragen worden war. Im Januar 1945 verkaufte sie das Areal an die nahegelegenen Brennabor-Werke, die hier den Bau eines Sportplatzes planten.

Gedenkmauer mit Namen

Einige wenige Mitglieder der Jüdischen Gemeinde haben die Shoah, den Völkermord, überlebt. Sie forderten die Stadt 1947 auf, das durch Bombeneinschläge vollends zerstörte Friedhofsgelände in einen würdigen Zustand zu versetzen . Im Vorfeld des Gedenktages für die Opfer des Faschismus am 12. September 1948 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, den Friedhof wieder herzurichten und eine Gedenktafel an der Synagoge in der Großen Münzenstraße anzubringen. Der Friedhof wurde beräumt und aus den noch vorhandenen Grabsteinen die Gedenkmauer errichtet. In ihrer Mitte ist der ermordeten Brandenburger Juden gedacht; links und rechts sind Namen derjenigen verzeichnet, die hier einst bestattet wurden. Am 17. Juni 1951 übergab die Stadt die fertiggestellte Gedenkstätte der Jüdischen Gemeinde der DDR. 

Jüdischer Friedhof II

Weg durch den Friedhof

Die Historiker Dr. Beatrice Falk und Dr. Friedrich Hauer, die sich seit Jahren mit der Aufarbeitung der Geschichte der Brandenburger Landesklinik beschäftigen und dabei auch vom neuen Träger der Einrichtung, dem Asklepios Fachklinikum Brandenburg, unterstützt werden, hatten aus den zur Verfügung stehenden Patientenakten und Sterbebüchern herausgefunden, dass auf diesem Friedhof 46 jüdische Anstaltspatienten begraben sind. Seit den 1920er Jahren gibt es diesen jüdischen Friedhof, die erste Bestattung fand 1922 statt, die letzte im Jahr 1941. Laut Aussage der Historiker handelt es sich bei den Bestatteten nicht um Opfer des nationalsozialistischen "Euthanasie"-Programms T4, sondern um jüdische Patienten jeden Alters, die in der Pflegeanstalt auf natürliche Weise gestorben sind.

Das Land Brandenburg stellte aus Mitteln der Pflegepauschale für jüdische Friedhöfe 3.500 Euro bereit, um die notwendigen Rekonstruktionsarbeiten des Gedenkareals zu finanzieren. Die Landschaftsbauarbeiten wurden von der Brielower Firma Uhrbach GmbH, Garten- und Landschaftsbau ausgeführt.