Auszeichnung für einen herausragenden Beitrag zur kommunalen und regionalen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland

Übergabe der Ehrenurkunden an Oberbürgermeister Steffen Scheller und Natalia Ivanova durch den deutschen Außenminister Heiko Maas (r.) und den russischen Außenminister Sergej W. Lawrow (l.), Foto: Deutsch-Russisches Forum e.V. / EVENTPRESS®
Abschlussveranstaltung des Deutsch‐Russischen Jahres der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018 im Auswärtigen Amt in Berlin
Gruppenbild der Preisträger, Foto: Deutsch-Russisches Forum e.V. / EVENTPRESS®

Auf Einladung von Matthias Platzeck, Ministerpräsident a. D. und Vorsitzender des Deutsch‐Russischen Forums e. V., nahm Oberbürgermeister Steffen Scheller am 14.09.2018 an der Abschlussveranstaltung des Deutsch‐Russischen Jahres der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018 im Auswärtigen Amt in Berlin teil. Die Stadt Brandenburg an der Havel und ihre russische Partnerstadt Magnitogorsk wurden, neben 29 weiteren deutsch-russischen Partnerschaften, für ihren herausragenden Beitrag zur kommunalen und regionalen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland ausgezeichnet. Die Übergabe der Ehrenurkunde erfolgte durch den deutschen Außenminister Heiko Maas und den russischen Außenminister Sergej W. Lawrow.

Aus den über 250 Projektbewerbungen aus nahezu allen deutschen und vielen russischen Regionen konnten die Städte Brandenburg an der Havel und Magnitogorsk die Jury zum Einen mit der seit über 6 Jahren sehr intensiv gepflegten Schulpartnerschaft zwischen dem Bertolt‐Brecht‐Gymnasium in Brandenburg an der Havel und der Allgemeinbildenden Mittelschule Nr. 67 in Magnitogorsk und zum Anderen mit dem internationalen Jugendprojekt „Clips for Europe“ von sich überzeugen:

Verantwortlich für die Schulpartnerschaft sind die beiden Projektleiterinnen / Lehrerinnen Dr. Cathrin Plotnikow (Brandenburg an der Havel) und Natalja Ivanova (Magnitogorsk). Die Idee dieser Schulpartnerschaft bestand darin, Jugendliche aus beiden Ländern einander näher zu bringen und ihre Sprachkompetenz zu fördern. Dazu haben die Lehrerinnen beider Seiten neuartige Methoden und Medien für den Unterricht eruiert und sich zu Nutze gemacht: „Sprachunterricht via Skype“. An relevanten Themen und Projekten werden hier konkrete, auf die Lebens- und Erfahrungswelt der Jugendlichen abgestimmte Aufgaben erteilt, die die kognitive und handlungsorientierte Seite der Schülerinnen und Schüler ansprechen. Gemeinsame Teilnahmen an Wettbewerben, gegenseitige Besuche, Glückwünsche und kleine Geschenke haben dazu geführt, dass die Jugendlichen auch außerhalb der Unterrichtsstunden miteinander in Kontakt sind.

Bei dem im Mai 2017 in Zusammenarbeit mit der Begegnungsstätte Schloss Gollwitz durchgeführten internationalen Jugendprojekts „Clips for Europe“ erarbeiteten ca. 40 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 14 und 17 Jahren aus den Partnerstädten Magnitogorsk (Russland), Ballerup (Dänemark), Kaiserslautern und Brandenburg an der Havel zu ihren Vorstellungen eines gemeinsamen Europas in gemischten Kleingruppen gemeinsame Handlungsweisen und Grundsätze, die Diskriminierungen und ausgrenzende Mechanismen in der europäischen Gesellschaft abbauen und verhindern sollen. Das Ergebnis wurde auf eigens gewählte Art mit Hilfe von Studierenden der Technischen Hochschule Brandenburg in Form von 5 Kurzfilmen bzw. Clips dargestellt und am Ende des Projekts allen Mitwirkenden und der Öffentlichkeit in einem feierlichen Rahmen präsentiert.

Die Form des bilingualen Sprachunterrichts via Skype und die „Clips for Europe“ sind wohl bisher einmalig im Land Brandenburg und vor allem in der Praxis funktionierende Beispiele für Völkerverständigung, Akzeptanz, Toleranz und Freundschaft zwischen verschiedenen Ländern.