Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken. – Virtueller „Tag des offenen Denkmals“® am 13. September 2020

Zum Schutze der Gesundheit von Veranstalter*innen und Besucher*innen geht der „Tag des offenen Denkmals“® 2020 neue Wege. Erstmalig öffnen ausgewählte Denkmale an diesem Tag virtuell ihre Türen und werden ohne räumliche und zeitliche Grenzen digital erlebbar. Informieren Sie sich über die vielfältigen bundesweiten Veranstaltungen auf der Internetseite der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Sie sind herzlich eingeladen, auch in der Stadt Brandenburg an der Havel interessante neue Entdeckungen zu machen.

Film BRANDenburgNEU (1991) - die Anfänge denkmalgerechter Stadtsanierung

Per Klick auf das Bild gelangen Sie direkt zum Film "BRANDenburgNEU"

Welch unglaublich weiten und erfolgreichen Weg die Stadt Brandenburg an der Havel und ihre Bürger seit Beginn der Stadterneuerung zurückgelegt haben, zeigt überaus eindrucksvoll der Anfang der 1990iger Jahre gedrehte Film BRANDenburgNEU. Vergleichen Sie die gewonnenen Eindrücke mit dem heutigen Stadtbild bei einem Spaziergang oder virtuellen Rundgang durch die denkmalreiche Brandenburger Innenstadt.

Neustädtischer Friedhof in der Kirchhofstraße 38

Der 1740 angelegte Neustädtische Friedhof, Kirchhofstraße 38, weist zahlreiche kulturhistorisch wertvolle Grabmale und Grabstätten von Persönlichkeiten und Familien auf, die für die Stadtgeschichte, teilweise darüber hinaus für die Regional- und Nationalgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts bedeutsam sind. Fünfundzwanzig besondere Grabmale können Sie auf einem individuellen geführten Friedhofsrundgang oder am heimischen PC per Friedhofs-App erkunden. Zum Beispiel das erst jüngst durch den Förderverein Neustädtischer Friedhof Brandenburg e.V. mit Hilfe von privaten Spenden und Fördermitteln des Landes aufwendig restaurierte Grabdenkmal für den Lederfabrikanten Christian Friedrich Spitta (1723-1811).

Gotisches Haus in der Ritterstraße 86

Das Gotische Haus, Ritterstraße 86, gehört zu den herausragenden mittelalterlichen Bürgerhäusern des Landes Brandenburg und wird heute als Sitz der städtischen Kulturverwaltung und durch das Stadtmuseum genutzt. Der Kernbau, ein großes Backsteinhaus von 1451/52, ist bis zum First erhalten. Seine komplexe Bau- und Nutzungsgeschichte brachten Bauuntersuchungen und Grabungen ans Licht. Im verschütteten Keller wurde bei der Sanierung in den Jahren 2013-2015 eine große Menge barocker Funde geborgen, darunter die komplette Ausstattung einer Apotheke. Eine Fundauswahl wird in einem kleinen Museum im Keller des Hauses unter dem Titel „Alchemie und Alltag“ präsentiert. Der Link führt Sie in einem virtuellen Rundgang durch die Ausstellung und liefert Hintergrundsinformationen zur Hausgeschichte und archäologischen Ausgrabung.

St. Johanniskirche am Johanniskirchplatz

Die ehemalige Klosterkirche der Franziskanermönche St. Johannis in der Altstadt wurde um 1250 errichtet und ab 1300 zu einer prachtvollen gotischen Saalkirche ausgebaut. Der Aufhebung des Klosters im Jahre 1562 folgten Jahrhunderte wechselvoller Nutzung. 1865 wurden schließlich die Klausurgebäude zugunsten eines Schulneubaus am Havelufer abgebrochen. Nach Zerstörung des Westjochs durch eine Fliegerbombe blieb die Johanniskirche seit 1945 ruinös, 1986 stürzte der verbliebene gotische Dachstuhl ein. Die daraufhin vorgesehene Sprengung der Kirche verhinderten Denkmalpflege, Ev. Kirche und bürgerschaftliches Engagement. Auf Notsicherung 1990 und statische Stabilisierung 2007-2008 folgte in den Jahren 2010-2014 eine vielbeachtete Sanierung als temporärer Ausstellungsort. Erleben Sie im Zeitraffer die Wiederherstellung der Johanniskirche durch Errichtung eines gläsernen modernen Westabschlusses und das Aufsetzen eines neuen Dachs.

Brandenburger Dom St. Peter und Paul am Burghof 7

Der vor 1165 begonnene Brandenburger Dom St. Peter und Paul gehört zu den ältesten und bestdatierten Backsteinbauten Norddeutschlands und wird gerne als „Wiege der Mark“ bezeichnet. Der romanische Bau ist im spätgotischen Ausbau weitgehend erhalten geblieben und steht in einem vollständig erhaltenen Ensemble aus sorgfältig restaurierten mittelalterlichen Klausurbauten und barocken Domherrenkurien. Das Dommuseum besitzt eine einzigartige Sammlung mittelalterlicher Gewänder und Kunstwerke. Der virtuelle Rundgang erlaubt die Online-Besichtigung der Domkirche, ein Video erläutert die aktuelle Ausstellung „Umdenken-Gedenkkultur am Dom zur Brandenburg“ im Dommuseum.

Steintorturm in der Steinstraße

Der Steintorturm ist mit einem Durchmesser von 11 m und einer Höhe von 32,5 m der größte Stadtturm der Befestigung der Brandenburger Neustadt. Er sicherte das vollständig abgebrochene Steintor, durch das der Weg nach Westen Richtung Magdeburg führte. Der Turm wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet und beherbergt heute eine Ausstellung zur Schifffahrtsgeschichte. Der virtuelle Rundgang führt über die vier Etagen auf die zinnenbewehrte Plattform, von der Sie einen beeindruckenden Rundumblick auf die Neustadt genießen können

Stadtmuseum im Frey-Haus in der Ritterstraße 96

Im Stadtmuseum im Frey-Haus, Ritterstraße 96, haben Sie zwischen 12 und 18 Uhr Gelegenheit alte Fotos und Gemälde aus der Sammlung und den Steintorturm im digitalen Rundgang zu besichtigen. Sie blicken aber auch in die Gegenwart: das hEimWeRTs Festival startet am Tag des offenen Denkmals eine Serie von Ausstellungen von acht Künstlerinnen und Künstlern, die vom 13.09.2020 bis zum 31.01.2021 ihre Werke hEimWeRTs ins Stadtmuseum tragen und so „Kunst frey Haus“ liefern. Neu trifft Alt – ihre Werke werden sich mit Objekten aus dem Stadtmuseum verbinden und so neue Sichtweisen eröffnen. Ab 14 Uhr stellen sich Künstlerinnen und Künstler in Hof und Garten im Frey-Haus vor, mit Musik von Sebastian Block und Theater von Reimund Groß.

 

Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden in der Anton-Saefkow-Allee 38

Die Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden vermittelt in Ausstellungen, mit pädagogischen Angeboten und Veranstaltungen die Geschichte des Strafvollzugs in Brandenburg an der Havel. Dabei stehen die NS-Zeit und die Zeit der DDR im Zentrum. Am 13. September beteiligt sich die Gedenkstätte auf ihrem Instagram-Kanal und ihrer Facebook-Seite ab 9.00 Uhr am digitalen Tag des offenen Denkmals.

Im Fokus des virtuellen Angebots wird das denkmalgeschützte ehemalige Direktorenwohnhaus stehen, in dem sich seit 2018 die Dauerausstellung der Gedenkstätte befindet. Gezeigt werden Fotografien des Gebäudes aus den 1930er Jahren, die der Sohn des ersten Zuchthausdirektors machte. Diese Aufnahmen werden mit motivgleichen Bildern aus der heutigen Perspektive verschränkt. So wird ein neuer Blick auf das Ausstellungsgebäude und seine Geschichte ermöglicht.

Industriemuseum in der August-Sonntag-Straße 5

An der Stelle des 1912 durch den Industriellen Rudolf Weber gegründeten Stahlwerks entstand ab 1950 mit dem „VEB Stahl- und Walzwerk Brandenburg“ der zweitgrößte Stahlstandort der DDR und der größte Industriebetrieb der Stadt Brandenburg. Nach der Stilllegung des Standortes 1993 wurde in einem Teil der Stahlwerkshalle das Industriemuseum eingerichtet, in dem eine Ausstellung zur Brandenburger Industriegeschichte und der europaweit letzte Siemens-Martin-Stahlschmelzofen gezeigt werden. Am Tag des offenen Denkmals sehen Sie das technische Denkmal mit Blicken aus den Krankanzeln und ins Innere des Siemens-Martin-Ofens aus ganz ungewohnten und spannenden Perspektiven.