Interview mit der Gründerin Monika Martinčević

Bitte stellen Sie sich und Ihr Business kurz vor.

Mein Name ist Monika Valentine Martinčević. Nach dem Studium (Theaterwissenschaft, Germanistik) habe ich über 15 Jahre lang als Pressesprecherin an diversen Stadttheatern in Deutschland gearbeitet. Zuletzt war ich Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Brandenburger Theater, bis ich 2018 meinem Herzenswunsch nachging und mich im März 2019 selbständig machte. Mein Business: Ich bin Texterin (SEO und Print) und Deutschdozentin an der Akademie Seehof und an der Technischen Hochschule Brandenburg. Ende des Jahres schließe ich meine Weiterbildung als Interkulturelle Kompetenztrainerin ab und kann dann ab 2021 auch Trainings zur Interkulturellen Kommunikation anbieten.

Welche Herausforderungen gab es auf dem Weg zur Gründung und wie haben Sie diese gemeistert?

Ich denke, die größte Herausforderung war es, meine Neigungen zu bündeln. Noch heute steht auf meiner Visitenkarte: Texterin, Deutschdozentin, Interkulturelle Kompetenztrainerin, Autorin, Übersetzerin. Dass ich all die Gebiete innerhalb der letzten 17 Monate abgedeckt hätte, wäre geflunkert (lacht) und wie ich denke, etwas unrealistisch. Ich habe mich auf die oben genannten drei Bereiche fokussiert und meine Energie komplett darin investiert. Die Unternehmensberaterin, die mich auf dem Weg zur Gründung professionell begleitete, bestärkte mich in meiner „Mehrgleisigkeit“ und zeigte mir Wege auf, wie ich mich am besten fokussiere, ohne das Ganze aus den Augen zu verlieren. Schließlich ergänzen sich die Fertigkeiten ja am Ende gewinnbringend.    

Haben Sie Tipps für künftige Selbständige?

Bleiben Sie am Ball und verlieren Sie künftige Weiterbildungen in Ihrem Bereich nicht aus den Augen. In der Interkulturellen Kommunikation gibt es den Begriff „Standbein“ und „Spielbein“. Das Standbein ist meine Kultur, die mich geprägt hat und mich nährt. Doch ich benötige in der Kommunikation auch ein Spielbein, das mich flexibel agieren und reagieren lässt. Als Unternehmer/In sollte man aus meiner Sicht ein Stand- und Spielbein haben.

Wie schätzen Sie den Nutzen der Beratung durch das Projekt Lotsendienst ein?

Für mich war die Beratung des Lotsendienstes immens wichtig. Der Lotsendienst war für mich ein entscheidender Sparringspartner, auf den ich während meiner Gründungsphase bauen konnte. Ich habe bei dem viertägigen Gründungsworkshop die offene Kommunikation mit Interessierten aus den unterschiedlichsten Branchen sehr geschätzt. Bereits zu diesem Zeitpunkt merkte ich, worauf man als Unternehmerin achten sollte.

Die anschließende mehrmonatige Begleitung einer professionellen Unternehmensberaterin war besonders bei den administrativen Angelegenheiten, die man in der Regel vielleicht nicht unbedingt gerne macht, sehr hilfreich.  Jemanden an der Seite zu haben, der die Komponenten der Gründung zeitökonomisch kompakt und anwendungsbasiert vermittelt, war sehr hilfreich für mich. 

Hätten Sie sich noch zusätzliche Unterstützungsangebote gewünscht oder brauchen Sie jetzt noch weitere Unterstützung?

Natürlich stellen sich nach einem Jahr noch andere, weitere Fragen. Bei mir sind das eher branchenspezifische Fragen, für die man sich an die dementsprechenden Verbände wenden kann - bspw. in meinem Fall den Texterverband.

Für die Kreativbranche gibt es weiterführende, professionelle Unterstützungsangebote durch die Kreativagentur Brandenburg und last but not least schätze ich den Austausch in diversen Netzwerken wie beispielsweise im Rahmen des Unternehmerinnen Netzwerks Brandenburg (dessen stellvertretende Sprecherin ich zurzeit bin) und des Meetups Brandenburg - ein junges, loses Netzwerk Brandenburger Selbständiger.

Würden Sie unser Projekt weiterempfehlen?

Ja, unbedingt. Abgesehen davon sollte man es nicht unerwähnt lassen, dass dieses professionelle, von EU-Mitteln geförderte Beratungsangebot einmalig in Deutschland ist.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Das Projekt Havel Valley, eine aktuelle Initiative Brandenburger Selbständiger, lebt es gerade vor. Wünschenswert wäre es, dass sich längerfristig eine Start-up-Gründerszene in Brandenburg niederlässt, vor den Toren Berlins. Brandenburg liefert hierfür nicht nur im Bereich der Work-Life-Balance ideale Bedingungen.

Vielen Dank für das offene Gespräch und die konstruktive Zusammenarbeit während der Beratung. Wir wünschen Ihnen alles erdenklich Gute für Sie persönlich und Ihre unternehmerische Zukunft. Wenn sich künftig Fragen ergeben, treten Sie gern mit uns in Kontakt.