Interview mit dem Gründer Ronny Müller

Foto vom Existenzgründer Ronny Müller

Bitte stellen Sie sich und Ihr Business kurz vor.

Ich bin Ronny Müller, Moderator, Sprecher & Synchronsprecher. Auch Schauspieler kann man noch dazuzählen – da das besonders beim Synchronsprechen von großer Bedeutung ist. Da geht es dann darum, in kürzester Zeit die Gefühle und das Tempo der Person die man spricht wahrzunehmen und dann textlich umzusetzen. Auch wenn man manchmal ins Schwitzen kommt, macht es riesigen Spaß. Die einzelnen Tätigkeiten sind sehr unterschiedlich und genau die Unterschiede bereiten mir am meisten Vergnügen, da es selten den gleichen Auftrag gibt. Mal gibt es eine Podiumsdiskussion dann ein Live-Hörspiel, dann ist man wieder im Atelier. Die drei Bereiche in denen ich arbeite sind ja schon an sich ein wenig unterschiedlich. Als Moderator hat man andere Anforderungen und Gegebenheiten wie als Synchronstimme und innerhalb des Synchronbereiches hat man auch noch mal wechselnde Rollen. Dieser Wandel von Projekt zu Projekt ist das, was den größten Spaß ausmacht.

Welche Herausforderungen gab es auf dem Weg zur Gründung und wie haben Sie diese gemeistert?

Vor dem Workshop war ich mir nie so sicher, ob das was ich schon über die Selbstständigkeit wusste, auch alles richtig ist. Das betraf vor allem Thematiken wie Finanzamt, Gewerbeanmeldung, Buchhaltung und Versicherungen. Zwar habe ich schon viel darüber gelesen und so langsam verstanden gehabt – aber man hatte dann doch das Gefühl das man von überall ein bisschen aufsaugte, aber nicht wirklich wusste, welcher Schritt nach welchem kommt. Da war es dann schön, alles gebündelt im Lotsendienst vermittelt zu bekommen und seine individuellen Fragen zu stellen. Insbesondere meine persönliche Beraterin am Standort des Lotsendienstes im Technologie- und Gründerzentrum (TGZ)hat mir oft kurzfristig geholfen und mich in die richtige Richtung geschickt. Ergänzend hatte ich noch zwei wirklich gute Freunde aus Berlin, die auch selbstständig sind und mir Tipps geben konnten, wie der Start der Selbstständigkeit aussieht und was danach passiert. Das hat mich alle Herausforderungen meistern lassen.

Inwieweit hatte die Corona-Pandemie Einfluss auf Ihr Gründungsvorhaben?

Während der Gründung war das definitiv ein großer Punkt, den ich berücksichtigt habe. Aber ich wollte auch loslegen und meine Traumvorstellung umsetzen. Besonders für den Anfang habe ich mir jedoch finanzielle Unterstützung geholt, um meinen Einstieg zu erleichtern. Dennoch sind die Auswirkungen von Corona etwas schwerer als angenommen. Auch wenn viele Unternehmen schon länger wieder aktiv sind, bleiben sie vorsichtig und überlegen bei Neueinsteigern noch mehr als sonst, auch weil derzeit der Platz für zum Beispiel neue Synchronsprecher nicht da ist. Mit diesem Wissen wird man auch schnell selbst aktiver und entwickelt eigene Konzepte für Hörbücher oder Videoformate auf YouTube und Twitch, um auf jeden Fall präsent zu sein. Also Vorhaben, die sich von zu Hause aus mit meinem Set Up umsetzen lassen. Dazu kommt noch der Kontakt zu anderen Schauspielern und Künstlern, die Projekte starten – bei denen man auch dabei ist. Dennoch habe ich schon die ersten Aufträge von Unternehmen bekommen und denke, dass alles weiter voranschreitet.

Haben Sie Tipps für künftige GründerInnen?

Einfach loslegen! Wenn du eine Idee hast, die dich erfüllt, dann kannst du gar nicht falsch liegen. Wenn du mit Leidenschaft rangehst, dann machst du auf jeden Fall alles richtig. Es ist nicht schlimm, wenn man mal zweifelt oder es nicht ganz so gut läuft. Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen, sondern dran zu bleiben. Jeder von uns wankt mal, das ist normal. Damit sind wir nicht allein, aber dranbleiben ist extrem wichtig, wenn auch nicht immer einfach. Macht das, was euch glücklich macht! Versucht die Hindernisse, die ihr habt zu überwinden. Bleibt nicht in einem Job, der euch unglücklich macht. Packt eure Idee und legt los, egal wie der Anfang aussehen wird.

Wie schätzen Sie den Nutzen der Beratung durch das Projekt Lotsendienst ein?

In zwei Wörtern – richtig gut. Allein schon die Möglichkeit, kostenfrei an einem Workshop teilzunehmen, ist toll. Man bekommt dann als kleine Gruppe viele nützliche Tipps, die bestimmt nicht in jedem Handbuch stehen und man kann seiner Idee das erste Mal Arme und Beine verleihen. Nach dem Workshop hilft ein/e Berater/in, die Vision der Selbstständigkeit umzusetzen. Ich bekam viel Input und Hilfe auf meinem Weg und das alles sehr menschlich und kommunikativ.

Hätten Sie sich noch zusätzliche Unterstützungsangebote gewünscht oder brauchen Sie jetzt noch weitere Unterstützung?

Mit dem Workshop und der Einzelberatung mit meiner Beraterin war ich sehr zufrieden. Man darf jedoch nicht vergessen, dass der Großteil von einem selbst kommen muss. Man setzt sich viel mit seinen Zahlen und dem Konzept auseinander. Daher finde ich, dass die Unterstützung des Lotsendienstes, insbesondere die Beratung, definitiv ein ausreichendes Fundament ist. Aktuell gibt es in der Tat immer mal wieder kleine Fragen, die ich gern noch mal stellen würde. Ich denke aber, die wirklich entscheidenden Fragen kommen am Ende des ersten Geschäftsjahres. Dafür wünsche ich mir noch mal ein Gespräch mit meiner Beraterin, um zu zeigen, was bisher passiert ist und was man noch verbessern kann.

Würden Sie unser Projekt weiterempfehlen?

Definitiv ja! Ich würde es sogar als notwendig einstufen, wenn man in die Selbstständigkeit gehen will. Man erhält alle Informationen zusammengefasst aus einer Richtung und kann viele Fragen stellen. Noch dazu wird der Lotsendienst durch das Land Brandenburg und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert und ist damit für Gründende und Unternehmensnachfolgende kostenfrei.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Allem voran, dass sich Corona legt, die Menschen gesund bleiben und werden, die Wirtschaft sich so gut es geht erholt und wieder mehr Platz für Neueinsteiger da ist. Ich wünsche mir, dass ich auch weiterhin an vielen Projekten teilhaben darf und es auch noch mehr werden - sei es auf der Bühne, vor dem Mikrofon oder im Fokus der Kamera. Ich bin aber auf offen für Neues und Überraschungen, denn ich nehme das Leben, wie es kommt.  Was ich mir aber ganz konkret erträume: Eine Blockhütte und einen 67er Chevrolet Impala.