Mit einer Gedenkveranstaltung, einer Ausstellungseröffnung und einer Lesung wird am Dienstag, 27. Januar 2026, in Brandenburg an der Havel an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Anmeldung erbeten.
Im Mittelpunkt stehen dabei die Opfer des frühen Konzentrationslagers Brandenburg, das sich von August 1933 bis Ende Januar 1934 im ehemaligen Zuchthaus am Nicolaiplatz befand.
Die Gedenkveranstaltung
Die Gedenkveranstaltung findet um 16:00 Uhr am historischen Standort der Gaskammer der ehemaligen „Euthanasie“-Tötungsanstalt statt, für die ebenfalls Gebäude des alten Zuchthauses genutzt wurden. Neben Gedenkstättenleiterin Sylvia de Pasquale wird Oberbürgermeister Steffen Scheller zu den Anwesenden sprechen, ebenso Patricia Litten. Sie ist die Nichte von Hans Litten, der unter anderem im KZ Brandenburg inhaftiert war und 1938 im KZ Dachau Selbstmord beging.
Außerdem erfolgt eine Kranzniederlegung am Ort der „Euthanasie“-Morde. Im Gedenken an die Opfer des KZ Brandenburg werden Kerzen angezündet.
Eröffnung der Wanderausstellung
Im Anschluss um 17:00 Uhr wird in der Sankt Johanniskirche, Johanniskirchplatz, die Wanderausstellung „Auftakt des Terrors – Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“ eröffnet, die sodann bis zum 6. April 2026 donnerstags bis sonntags von 12:00 bis 16:00 Uhr – öffentliche Führungen immer sonntags um 14:00 Uhr – besichtigt werden kann. An elf Themenstationen werden Entstehung, Funktion und die Gewalt gegen die Häftlinge in den frühen Konzentrationslagern vorgestellt, die unmittelbar nach der Machtergreifung überall im Deutschen Reich von den Nationalsozialisten eingerichtet wurden. Sie trugen maßgeblich zur Absicherung der nationalsozialistischen Herrschaft bei. Die Ausstellung wurde durch die Gedenkstätten um einen Sonderteil zum frühen KZ Brandenburg ergänzt.
Lesung aus „Eine Mutter kämpft gegen Hitler“
Um 18:30 Uhr findet im Gotischen Haus, Johanniskirchplatz 4, eine Lesung mit der Schauspielerin Patricia Litten aus dem Buch „Eine Mutter kämpft gegen Hitler“ ihrer Großmutter Irmgard Litten statt. Das 1940 im Exil verfasste Buch schildert den unermüdlichen Kampf Irmgard Littens um die Freilassung ihres Sohnes Hans, der nach dem Reichstagsbrand am 27./28. Februar 1933 verhaftet wurde und bis zu seinem Freitod in mehreren Konzentrationslagern schlimmsten Misshandlungen und Demütigungen ausgesetzt war. Litten hatte sich als Strafverteidiger und Rechtsanwalt in der Weimarer Republik gegen die Politik und die Gewalt der Nationalsozialisten eingesetzt und dabei auch Adolf Hitler vor Gericht in die Enge getrieben.
Veranstaltungsdetails
- Datum:
- Dienstag, 27.01.2026 um 16:00 Uhr
- Ort:
Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde – Gedenkort (Außenbereich)

















