







Mit Applaus, klaren Botschaften und einem bunten Kulturprogramm sind am Donnerstagabend die 36. Brandenburgischen Frauenwochen eröffnet worden. In der Studiobühne des Brandenburger Theaters begrüßten Oberbürgermeister Daniel Keip und die Gleichstellungsbeauftragte Jeannette Horn zahlreiche Gäste zum Auftakt der 36. Brandenburgischen Frauenwochen.
Das Motto in diesem Jahr: „WTF – Wut trifft Feminismus“ ist ein bewusst zugespitzter Titel. „Wut entsteht dort, wo Menschen Ungleichbehandlung erfahren“, sagte Horn. Sie könne aber auch Kraft geben, Veränderungen anstoßen und der Motor für Veränderungen sein.
Gemeinsam mit Tim Bankenhorn führte Horn durch ein zweistündiges Programm. Musikalische Beiträge von Katharina Burges und Sarah Pieper eröffneten den Abend.
Die Brandenburger Künstlerin Julia Burmeister hielt eine eindrucksvolle Rede über den Weg zur inneren Freiheit, gesellschaftlichen Druck und den Wunsch nach Selbstbestimmung. Sie eröffnete zugleich ihre Ausstellung im Foyer der Studiobühne. Ihre Bilder zeigen auch Wut über ungewollte Anpassung, falsche Maßstäbe und Klischees. Die Ausstellung lädt noch bis Ende März im Foyer des Großen Hauses ein, sich mit dem Thema und den Werken auseinanderzusetzen.
Eindrucksvoll war auch der Poetry-Slam, geschrieben und vorgetragen von der Brandenburgerin Louisa Feuerherdt. Sie stellte die Widersprüche im Alltag vieler Frauen in den Mittelpunkt.
„Warum sollen Frauen nicht wütend sein?,“
fragte sie und rief dazu auf, Missstände offen anzusprechen. Es sei unverständlich warum Frauen selbst bei der Geburt ihrer Kinder noch schön aussehen sollten.
Im zweiten Teil des Abends wurde es feierlich. Unternehmerin Romy Lange erhielt den diesjährigen Frauenpreis der Stadt. In der Laudatio würdigte Gabriele Wolter ihren Weg an die Spitze des Familienunternehmens „Lange und Töchter“. Lange hatte 2014 die Firma übernommen und modernisiert. „Sie macht Frauen in einer männerdominierten Branche sichtbar und geht sehr menschlich mit ihren Mitarbeitern um“, betonte Wolter.
Einen Sonderpreis erhielt die Firma HTB Haustechnik Brandenburg für ihre Förderung von Handwerkerinnen. Beispiel dafür ist die Anlagenmechanikerin Stella. Sie absolvierte dort mit Bestnoten ihre Ausbildung als einzige Frau auf der Baustelle.
„Es gab keine Sonderbehandlung, sondern Vertrauen und Respekt,“
sagte Horn.
Oberbürgermeister Daniel Keip erinnerte daran, dass Gleichberechtigung weiter ein zentrales Thema bleibt. Zwei der vier Beigeordneten der Stadt sind Frauen, insgesamt liegt ihr Anteil in der Verwaltung bei rund 60 Prozent.
„Ein Tag ohne Frauen ist schlicht nicht denkbar. Am ersten Tage würde ein Großteil dessen liegen bleiben, was an Arbeit in der Gesellschaft oft übersehen würde. Und am zweiten würde sowieso nichts mehr laufen,“
ist Keip überzeugt.
Zum Abschluss der feierlichen Veranstaltung unterhielt die Theatergruppe der Galerie Sonnensegel um Heike Schober das Publikum mit einem viel bejubelten Theaterstück und sorgte für große Begeisterung.
Bis 27. März stehen in Brandenburg an der Havel zahlreiche Veranstaltungen auf dem Programm – von Diskussionen über Kultur bis zu Workshops. Die Frauenwochen gehören damit seit 36 Jahren zu den festen Terminen im Kalender der Stadt.
Mehr Informationen und Programm zu den Frauenwochen.






















