Belohnung für Hinweise zur Ergreifung der Täter ausgelobt

Pressearchiv - Meldung vom 04.01.2007

Pressemitteilung vom 04.01.2007

Unbekannte Täter haben in der Nacht zum 04.01.2007 vermutlich zwischen Mitternacht und 03:00 Uhr an acht Orten im Stadtgebiet von Brandenburg an der Havel großflächig Nazisymbole und antisemitische Parolen angesprüht. Davon ist unter anderem betroffen der Domstift, wo die Täter mit roter und schwarzer Farbe mehrere Türen, Wände und einen Schaukasten mit Hakenkreuzen, SS-Runen unter anderem verfassungsfeindlichen Symbolen besprühten. Mehrere Informationstafeln des „Euthanasie“-Gedenkstätte am Nicolaiplatz wurden mit Hakenkreuzen und SS-Runen verunstaltet. In der selben Nacht wurden außerdem auf dem Gelände des Jüdischen Friedhofes zwei Mauerfronten mit antisemitischen Parolen und verfassungsfeindlichen Kennzeichen besprüht. Auch auf dem Russischen Ehrenfriedhof sprühten die Täter Hakenkreuze und SS-Runen auf die Grabsteine und den Ehrenhain. Weitere Objekte sind die Neuapostolischen Kirchen in der Wollenweber- und Packhofstraße, der Steintorturm und der Domkietz.

Durch das Ordnungsamt der Stadt Brandenburg an der Havel wurde noch am Vormittag die umgehende Beseitigung der Schmierereien veranlasst.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz des Polizei-Schutzbereiches Brandenburg und der Oberbürgermeisterin der Havelstadt wurden die Straftaten auf das schärfste verurteilt und eine konsequente Verfolgung der Täter angekündigt. Zur schnellen Aufklärung der Straftatenserie richtete der Schutzbereich Brandenburg umgehend eine Ermittlungsgruppe von fünf Beamten bei der Kriminalpolizei ein. Durch Beamte aller Wachen des Schutzbereiches und der Landeseinsatzeinheit erfolgte im Laufe des Tages noch einmal eine intensive Absuche der Tatorte nach möglichen Tatmitteln. Die Staatsanwaltschaft Potsdam und die Polizei gehen derzeit bei den Straftaten von einem rechtsextremistischen und antisemitischen Hintergrund aus.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat für Hinweise, die zur Ermittlung, Ergreifung sowie Überführung des oder der Täter und zur Aufklärung der Straftaten führen, eine Belohnung in Höhe von 2.000 Euro ausgesetzt. Zusätzlich wird durch die Stadt Brandenburg an der Havel eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro zur Verfügung gestellt, wie Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann bei der Pressekonferenz informierte. „Ich bitte die Brandenburgerinnen und Brandenburger dringend um Mithilfe, damit die Täter ihrer gerechten Strafe zugeführt werden können. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass für rechtsextremistisches und antisemitisches Gedankengut in unserer Stadt kein Platz ist.“

Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizeiwache Brandenburg unter der Telefonnummer (03381) 560-0, die Internetwache www.internetwache.brandenburg.de oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. Die Belohnungen werden unter Ausschluss des Rechtsweges zuerkannt. Sie sind ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Beamte und ihnen gleichgestellte Angestelltengruppen, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört, bestimmt.

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