„Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
sehr geehrte Damen und Herren Stadtverordnete,
sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Medien,
Ich danke allen, die sich dem Aufruf zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus angeschlossen haben.
Die damaligen Geschehnisse zählen zu den dunkelsten Kapiteln der Stadtgeschichte, zumal Brandenburg an der Havel wiederholt zum Versuchsgelände für schrecklichste Verbrechen gemacht wurde.
Ausgerechnet an jener Stelle, die Ende des 18. Jahrhunderts dazu auserwählt war, „invaliden“ Soldaten mit Familie und verarmten Brandenburgern ein kostenloses Zuhause zu werden entstand bereits 1820 eine preußische Strafanstalt, in der zeitweise bis zu 700 Gefangene eingepfercht waren, bevor 1931 das neue Zuchthaus auf dem Görden entstand.
Für das zunächst geschlossene Zuchthaus vor dem Plauer Torturm in der Altstadt fand man dann jedoch immer grausamere Nutzungen:
1933 wurde daraus eines der frühen Konzentrationslager, in dem in kürzester Zeit bis zu 1.200 Gefangene einsaßen. Diese Nutzung war kurz, aber dennoch grausam und für viele Gefangene tödlich. Im Februar 1934 wurde dieses KZ geschlossen, um sechs Jahre später noch grausamer wiederbelebt zu werden.
Im Jahr 1940 wurde als zweite Anstalt nach Grafeneck eine Tötungsanstalt der Aktion T4 eingerichtet – im Rahmen der sogenannten „Euthanasie“-Morde. Tausende Frauen, Männer und Kinder wurden hier durch den Einsatz von Giftgas ermordet.
An uns ist es, solche Erinnerungen niemals in Vergessenheit geraten zu lassen, um die Wiederholung einer Diktatur und Gewaltherrschaft zu verhindern. Wir tragen dafür die Verantwortung, unsere Demokratie zu erhalten und wir müssen jeder Form von Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit entschieden entgegentreten.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
ein paar Sätze möchte ich noch zum Winter loswerden – und auch zum Winterdienst, der oft in der Kritik steht, aber in Summe doch ganz gut funktioniert.
Als ich gestern auf dem Weg zur Arbeit war, hörte ich einen Radiomoderator zum Winter in der Landeshauptstadt Berlin wiederholt sagen: ‚Und denken Sie daran, der Winterdienst kann nicht gleichzeitig überall sein.‘
Dieses simple Verständnis wünschte ich mir auch hier.
Wir müssen uns in solchen Tagen an unsere Umgebung anpassen.
Aber ich halte es auch für bedenklich, wenn – wohlgemerkt im Winter – jede Schneewolke auf der Wetterkarte als Schneewalze verkauft wird, die Deutschland überrollt und zum Erliegen bringt. Auch über das schneebedingte Aussetzen der Präsenzpflicht in Schulen darf man streiten.
Aus meiner Sicht kann es nicht richtig sein, dass wir mittlerweile an vielen Stellen in Hysterie verfallen, weil wir im Winter doch tatsächlich Schneefall bekommen. Da werden zum Teil „Schneewalzen“ herbeigeredet und zehn Zentimeter Schnee sollen das Leben komplett zum Erliegen bringen.
Dabei ist es nun mal so: Wenn Straßen und Wege verschneit und glatt sind, brauche ich für meine Wege mehr Zeit, mehr Vorsicht und manchmal Flexibilität, weil Busse nicht pünktlich fahren können oder Straßenbahnen ausfallen, weil deren Oberleitungen vereist sind.
Der Winterdienst kann nicht gleichzeitig überall sein.
Und er wird es auch nicht sein, weil vielfach die Reinigungspflichten auf die Anlieger übertragen sind. Aber Sie können sicher sein: Die MEBRA als Winterdienstvertragspartner und auch unser Bauhof tun ihr Möglichstes. Daher vielen Dank für den Einsatz der dort tätigen Frauen und Männer.
Abschließend möchte ich Sie noch für den Brandenburger Karneval begeistern. Wenn Sie bis zum 18.02. – das ist der Aschermittwoch und da kommen regelmäßig unsere Rathausschlüssel zurück – wissen wollen, wo diese Schlüssel sind, dann besuchen Sie doch die Karnevalsvereine unserer Stadt bei Ihren Sitzungen. Beide Klubs starten am kommenden Wochenende in ihren närrischen Sitzungsreigen und freuen sich über begeisterungsfähiges Publikum. Bei den Sitzungen wird es üblicherweise auch nicht ganz ohne Politik gehen. Aber wie ich finde, werden dort Themen und auch so manche Wahrheiten auf so humorvolle Weise transportiert, dass man einfach mit dabei sein möchte. Und auch die Darbietungen der Garden, der Tanz- und Gesangsgruppen verdienen jedes Mal meine höchste Anerkennung.
Sie können sich über die Termine der Sitzungen und über verfügbare Karten auf den Internetseiten der beiden Klubs BKC und KCH gern informieren.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.“

















