Ein Tausend Jahre altes Bronze-Kreuz ist in der Stadt zu sehen

Pressemitteilung vom 26.01.2026

Das Radkreuz (samt Gussform) ist bis zum 11. März 2026 im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg, Neustädtische Heidestraße 28, ausgestellt.
Das Radkreuz (samt Gussform) ist bis zum 11. März 2026 im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg, Neustädtische Heidestraße 28, ausgestellt.

Kulturministerin Dr. Manja Schüle hat gemeinsam mit Prof. Dr. Franz Schopper, Landesarchäologe und Direktor des Brandenburgischen Landesamts für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums (BLDAM), sowie der ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegerin Juliane Rangnow einen außergewöhnlichen Bronzefund aus dem Havelland präsentiert, der noch bis zum 11. März 2026 im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg, Neustädtische Heidestraße 28, im Rahmen einer Sonderpräsentation zu bewundern ist.

Das Radkreuz aus dem 10. oder 11. Jahrhundert hat Juliane Rangnow im Rahmen genehmigter Detektorbegehungen auf einem Fundplatz im westlichen Havelland entdeckt. Neben dem Kreuz gab es auch weitere Funde aus dem 10./11. Jahrhundert, darunter Münzen, teils vergoldete Schmuckfragmente sowie eiserne Waffen.

Das Besondere an dem Fund: Das Bronze-Kreuz wurde in einer Form gegossen, die bereits vor mehr als 40 Jahren in Spandau zutage kam und als „Spandauer Kreuz“ bekannt ist. Die 1983 bei Ausgrabungen auf dem slawischen Burgwall in Berlin-Spandau gefundene Gussform eines kleinen Radkreuzes gilt als einer der ältesten Nachweise der frühen Christianisierung zwischen Elbe und Oder. Sie wurde neben den Überresten einer frühen Holzkirche gefunden. Nach der Restaurierung und genauen Vermessung des im Havelland entdeckten Kreuzes am BLDAM sowie nach dem Abgleich mit der im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Berlin ausgestellten Gussform konnte nachgewiesen werden, dass Kreuz und Gussform zusammengehören. Ein Abguss der Form wurde bislang weder in Spandau noch anderswo gefunden – der jetzige Fund eines dazu passenden Gussstücks ist somit einzigartig.

Die Finderin des Bronze-Kreuzes gehört zu den rund 350 ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegerinnen und -pflegern des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums (BLDAM). Sie leisten einen wichtigen Beitrag für die Erfassung, Erhaltung und Vermittlung des archäologischen Erbes. Alle offiziell benannten ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegerinnen und -pfleger sind Absolventen eines Lehrgangs, den das BLDAM in enger Zusammenarbeit mit der Archäologischen Gesellschaft Berlin und Brandenburg e.V. organisiert.

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