
Die Stadt Brandenburg an der Havel hat ihr Kleingartenentwicklungskonzept 2040 (KEK) erarbeitet und schafft damit erstmals einen strategischen Rahmen für die zukünftige Entwicklung der organisierten Kleingartenanlagen im Stadtgebiet.
Mit insgesamt 5.017 Kleingärten auf rund 255 Hektar Fläche und 88 organisierten Kleingartenvereinen im Kreisverband Brandenburg/Havel der Gartenfreunde e.V. sind Kleingärten Teil der Brandenburger Gartenkultur – seit mehr als 120 Jahren. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für wohnungsnahe Versorgung und Erholung, Biodiversität, Klimaanpassung und die Vernetzung von Grünräumen.
Bereits im integrierten Stadtentwicklungskonzept wurde die besondere Bedeutung der Kleingärten hervorgehoben. Mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung im Jahr 2020 wurde die Verwaltung beauftragt, eine Kleingartenentwicklungskonzeption zu erarbeiten.
Strategisches Instrument bis 2040
Das nun vorliegende KEK bildet die Grundlage für eine transparente, differenzierte und steuerbare Weiterentwicklung der Kleingartenanlagen bis zum Jahr 2040. Erstmals wurden alle 88 Anlagen systematisch bewertet, in Entwicklungsstufen eingeordnet und individuelle Steckbriefe erstellt.
Das Konzept trifft keine Aussagen zu einzelnen Parzellen, sondern betrachtet die Kleingartenlandschaft auf gesamtstädtischer Ebene. Im Fokus steht die qualitative Entwicklung der Anlagen, ihre ökologische Funktion sowie die Anpassung an zukünftige Anforderungen.
Das KEK wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Brandenburg/Havel der Gartenfreunde e.V. erarbeitet.
„Mit der vorliegenden Konzeption schaffen wir die Grundlage, die gemeinsam abgestimmten Ziele in den kommenden Jahren zielgerichtet umzusetzen. Eine Kleingartenentwicklungskonzeption in der Form und mit diesem Detaillierungsgrad, wie sie die Stadt Brandenburg an der Havel nun vorlegt, hat es aus unserer Sicht bislang nicht gegeben,“
erläutert Fred Schenk, Kreis- und Landesverbandsvorsitzender der Gartenfreunde.
Ergebnisse zeigen stabile Ausgangslage
Die Bestands- und Bedarfsanalyse zeigt, dass die Kleingartenanlagen in Brandenburg an der Havel insgesamt gut aufgestellt sind. Der Leerstand liegt aktuell bei rund 3,4 Prozent. Gleichzeitig verfügt die Stadt über eine überdurchschnittlich hohe Versorgungsquote mit Kleingärten.
Dennoch zeigt das Konzept auch Herausforderungen auf. Vor allem die zunehmende Überalterung der Pächterstruktur und ein sinkendes Nachfolgepotenzial machen ein frühzeitiges und vorausschauendes Handeln erforderlich.
„Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass wir keinen flächendeckenden Leerstand im Kleingartenwesen haben, sondern differenziert hinschauen müssen. Viele Anlagen sind gut aufgestellt, gleichzeitig gibt es dort Handlungsbedarf, wo strukturelle oder qualitative Defizite bestehen,“
so Oberbürgermeister Daniel Keip.
Die Bewertung der Anlagen zeigt, dass rund 41 Prozent der Kleingartenanlagen als stabil gelten. Weitere 34 Prozent weisen insgesamt gute Entwicklungsperspektiven auf, benötigen jedoch punktuelle Weiterentwicklungen. Bei etwa 22 Prozent der Anlagen besteht vertiefter Handlungsbedarf, insbesondere im Hinblick auf strukturelle oder qualitative Defizite. Lediglich 3 Prozent der Anlagen sind von städtischen Planungskonflikten betroffen.
Das KEK umfasst 23 Maßnahmen: Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die langfristige Sicherung der Kleingartenanlagen, sondern vor allem ihre qualitative Weiterentwicklung, ökologische Aufwertung, stärkere Öffnung zur Stadtgesellschaft und die Unterstützung des Ehrenamts. Für alle Kleingartenanlagen wurden zudem Steckbriefe erstellt, die als Grundlage für weitere Analysen, Entscheidungen und Maßnahmen dienen.
Umsetzung startet nach Beschluss
Nach der möglichen Beschlussfassung durch die Stadtverordnetenversammlung am 29. April beginnt die schrittweise Umsetzung des KEK. Der Kleingartenbeirat wird die Umsetzung begleiten. Parallel startet die Stadtverwaltung mit einer vertiefenden Qualifizierungsanalyse für Anlagen mit besonderem Entwicklungsbedarf.
Oberbürgermeister Daniel Keip zieht ein Fazit:
„Als Kleingärtner weiß ich aus eigener Erfahrung, wie wichtig diese Orte für Erholung, Gemeinschaft und Naturerleben sind. Unsere Kleingartenanlagen sind weit mehr als nur einzelne Parzellen – sie sind ein wichtiger Bestandteil unserer Stadt. Mit dem Kleingartenentwicklungskonzept schaffen wir die Grundlage, diese Tradition zu bewahren und die Anlagen zugleich fit für die Zukunft zu machen.“
















