Stadt Brandenburg an der Havel appelliert an Gartenbesitzer
Die Stadt Brandenburg an der Havel und insbesondere die Tierpfleger des Naturschutzzentrums Krugpark weisen eindringlich darauf hin, dass autonom fahrende Mähroboter für Igel und andere Kleintiere eine erhebliche und oftmals tödliche Gefahr darstellen.
Je nach Modell kollidieren die Geräte mit den Tieren oder überfahren sie. Die rotierenden Messer verursachen dabei schwere Verletzungen, insbesondere im Kopfbereich, oder trennen Gliedmaßen ab. Für die betroffenen Tiere enden diese Verletzungen in den meisten Fällen tödlich.
Damit schließt sich die Stadt der landesweiten Aktion des Ministeriums für Land-, und Ernährungswissenschaft, Umwelt und Verbraucherschutz an. Hier läuft die Kampagne unter dem Motto: „Mähroboter zuhause? Während Dämmerung und Nacht ist Igel-Pause“.
Wie aktuell das Problem ist, zeigt ein Blick in das Naturschutzzentrum Krugpark: Erst kürzlich wurden dort innerhalb weniger Tage drei durch Mähroboter verletzte Igel abgegeben. Trotz intensiver tierpflegerischer Betreuung und medizinischer Versorgung können nicht alle Tiere gerettet werden.
Dabei ist von einer deutlich höheren Zahl betroffener Tiere auszugehen. Verletzte Igel ziehen sich häufig in Verstecke zurück und sterben dort unbemerkt. Viele Fälle werden daher nie entdeckt oder gemeldet.
Die Stadt appelliert deshalb an alle Gartenbesitzer, Mähroboter – sofern deren Einsatz überhaupt erforderlich ist – ausschließlich tagsüber zu betreiben. Die Nacht ist die Hauptaktivitätszeit von Igeln sowie vieler weiterer Kleintiere. Ein nächtlicher Einsatz erhöht das Risiko schwerer Verletzungen erheblich.
Verletzte oder hilfsbedürftige Igel können weiterhin im Naturschutzzentrum Krugpark Brandenburg, Wilhelmsdorf 6 P, zu den regulären Öffnungszeiten von Montag bis Sonntag abgegeben werden.
Wer seinen Garten naturnah und igelfreundlich gestalten möchte, kann bereits mit einfachen Maßnahmen einen wichtigen Beitrag leisten. Dazu gehören das Belassen kleiner verwilderter Bereiche, ein selteneres Mähen von Rasenflächen sowie der Einbau sogenannter Igeltore in Gartenzäune. Bei Stabmattenzäunen empfiehlt sich zudem das Einflechten eines bodennahen Sichtschutzstreifens. Dadurch wird verhindert, dass Tiere zwischen den Zaunstäben stecken bleiben.
Nicht zuletzt bietet auch das Mähen mit einem herkömmlichen Rasenmäher die Möglichkeit, Zeit im Freien zu verbringen und dabei aktiv auf Tiere im Garten Rücksicht zu nehmen.
Die Stadt Brandenburg an der Havel bittet alle Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung beim Schutz der heimischen Tierwelt. Bereits kleine Veränderungen im Garten können dazu beitragen, Igeln und anderen Kleintieren einen sicheren Lebensraum zu erhalten.

















