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Mut zur Erneuerung: Wredow'sche Zeichenschule richtet sich neu auf den Stifterauftrag aus

Pressemitteilung vom 08.07.2026

Die Wredow'sche Zeichenschule mit der "verrückten" Jakobskapelle.
Die Wredow'sche Zeichenschule mit der „verrückten“ Jakobskapelle.

Kuratorium beschließt Reform zur langfristigen Sicherung der traditionsreichen Kunstschule

Das Kuratorium der Stiftung Wredow'sche Zeichenschule hat in seiner Sitzung Ende Juni eine umfassende Reform der traditionsreichen Kunstschule beschlossen. Die Entscheidung ist eine Antwort auf die gegenwärtig angespannte Haushaltslage der Stiftung und zugleich ein bewusstes kulturpolitisches Bekenntnis: Die Wredow'sche Zeichenschule soll künftig wieder deutlicher das verkörpern, wofür sie einst gegründet wurde – einen unverwechselbaren Ort der künstlerischen Bildung im Sinne ihres Stifters August Wredow. Die Reform umfasst Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung, zur Personalstruktur und zur organisatorischen Neuausrichtung der Stiftung.

Nicht Größe sichert die Zukunft einer Kulturinstitution, sondern ihr unverwechselbares Profil. Genau dieses Profil geben wir der Wredow'schen Zeichenschule jetzt zurück,

erklärt der Kurator der Stiftung und Präsident der Universität der Künste, Professor Dr. Markus Hilgert.

Die Wredow'sche Zeichenschule gehört seit 1883 zu den traditionsreichsten Einrichtungen kultureller Bildung in Brandenburg an der Havel und dem Land. Ihr Auftrag war nie, möglichst viele Angebote unter einem Dach zu vereinen. Ihr Auftrag ist die Förderung der bildenden Kunst und der künstlerischen Ausbildung – ein Vermächtnis, das August Wredow der Stadt hinterlassen hat und das bis heute nichts an Aktualität verloren hat.

Gerade die Vielfalt der Brandenburger Kunst- und Kulturlandschaft eröffnet heute neue Chancen. Musikschulen, Kunstschulen, freie Träger, Vereine und Initiativen bereichern das kulturelle Leben unserer Stadt in beeindruckender Weise. Diese Vielfalt lebt jedoch davon, dass jede Einrichtung ihre eigenen Stärken entwickelt. Nicht jede Institution muss alles anbieten. Jede Institution sollte das Besondere bieten, für das sie steht.

Mit der jetzt beschlossenen Reform konzentriert sich die Wredow'sche Zeichenschule deshalb künftig wieder konsequenter auf ihre Kernaufgaben. Angebote, die an anderer Stelle bereits in hoher Qualität vorhanden sind, sollen zugunsten einer stärkeren Profilbildung zurückgenommen werden. Dadurch entsteht Raum für eine klare künstlerische Ausrichtung und für die Weiterentwicklung jener Angebote, die die Wredow'sche Zeichenschule einzigartig machen.

Wer kulturelle Bildung dauerhaft sichern will, muss den Mut haben, Prioritäten zu setzen. Wir investieren nicht in weniger Kultur, sondern in eine Kultur mit klarem Profil und hoher Qualität. Die heutige Entscheidung ist deshalb keine Sparentscheidung gegen die Kunst, sondern eine Zukunftsentscheidung für die Kunst,

so der stellvertretende Kurator und Oberbürgermeister, Daniel Keip

Die wirtschaftliche Ausgangslage machte entschlossenes Handeln notwendig. Das Kuratorium sieht sich in der Verantwortung, die Stiftung dauerhaft handlungsfähig zu halten und ihre Existenz auch für kommende Generationen zu sichern. Deshalb gehören zur Reform auch strukturelle Veränderungen im Personalbereich. Diese Entscheidungen sind allen Beteiligten außerordentlich schwergefallen.

Umso größer ist der Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie an die zahlreichen Ehrenamtlichen, die den eingeschlagenen Weg konstruktiv begleiten. Besonders beeindruckend ist die Bereitschaft einzelner Beschäftigter, ihre bisher hauptamtliche Tätigkeit künftig ehrenamtlich fortzuführen. Dieses außergewöhnliche Engagement zeigt, wie tief die Verbundenheit mit der Wredow'schen Zeichenschule und ihrem Bildungsauftrag ist.

Kultur lebt nicht allein von Gebäuden oder Haushaltsplänen. Sie lebt vor allem von den Menschen, die Verantwortung übernehmen. Deshalb gilt unser besonderer Dank allen Beschäftigten und Ehrenamtlichen, die diese Reform mittragen. Ihr Engagement macht deutlich, dass wir gemeinsam an einem Ziel arbeiten: Die Wredow'sche Zeichenschule dauerhaft als lebendigen Ort der Kunst zu erhalten,

so Stiftungs-Geschäftsführer Tobias Öchsle.

Die Reform versteht das Kuratorium deshalb ausdrücklich nicht als Abschluss eines Sparprozesses, sondern als Beginn einer neuen Entwicklungsphase. In den kommenden Jahren sollen das künstlerische Profil der Stiftung weiter geschärft, Kooperationen innerhalb der Kulturlandschaft ausgebaut und das Vermächtnis August Wredows noch sichtbarer gemacht werden.

Wer Tradition bewahren will, darf sich nicht damit begnügen, Bestehendes zu verwalten. Er muss den Mut haben, Zukunft zu gestalten. Genau diesen Weg schlagen wir heute ein,

so der Kurator Professor Dr. Hilgert.