


Bordsteine, Schlaglöcher und an einigen Stellen kaum ein Durchkommen: Beim 11. Stadtrundgang wurde deutlich, wie schwer der Alltag für Menschen mit Einschränkungen sein kann. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Daniel Keip nahmen die Bürgerinnen und Bürger den Ortsteil mit 854 Einwohnern unter die Lupe.
Organisiert wurde der Rundgang von der Behindertenbeauftragten Katrin Tietz und dem „Beirat für Menschen mit Behinderungen“. Ziel: Probleme sichtbar machen, die viele sonst übersehen. Rollstuhl und Blindenstock konnten vor Ort getestet werden.
„Gesunde Menschen erkennen viele Barrieren im Alltag nicht. Hohe Bordsteine oder unbefestigte Wege werden oft erst dann zum Problem, wenn man selbst betroffen ist,“
sagt Katrin Tietz.
Besonders kritisch: der Bereich am Seniorenstützpunkt. Dichter Verkehr erschwert das Überqueren der Straße. Viele Anwohner wollen zur nahegelegenen Koppel oder ans Havelufer – kommen aber kaum sicher hinüber. Die Forderung: Tempo runter von 50 auf 30.
Auch der Busverkehr sorgt für Frust. Eine Mutter berichtet, dass ihr Kind am Nachmittag nicht mehr von der Schule nach Hause kommt. Andere klagen, dass nach Theaterbesuchen keine Verbindung mehr nach Klein Kreutz besteht.
Hinzu kommen schlechte Straßenverhältnisse. In Nebenstraßen bilden sich nach Regen große Pfützen – für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ein Hindernis.
Oberbürgermeister Daniel Keip kündigte an, die Themen auch im Rathaus noch einmal zu besprechen:
„Die Hinweise aus dem Rundgang nehmen wir ernst. Ziel ist es, Verbesserungen zu erreichen und dabei Lösungen zu finden, die auch finanziell tragfähig sind. Teilhabe muss im Alltag funktionieren.“


















