Tiemann bestürzt über Schließung der Roland-Kaserne

Pressearchiv - Meldung vom 02.11.2004

Pressemitteilung vom 02.11.2004

Verwaltungsspitze kündigt Protest an

Mit Entsetzen vernahm Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann die Nachricht, dass das in Brandenburg an der Havel stationierte Panzergrenadierbataillon 421 in Gänze geschlossen wird. Bundesverteidigungsminister Peter Struck hatte in einer Pressekonferenz am Dienstag Mittag insgesamt 105 Standortschließungen der Bundeswehr bis zum Jahr 2010 bekannt gegeben.
„Ein Zeichen für Hoffnung und Entwicklung in unserer Stadt wird zum Erlöschen gebracht“, bedauert die Oberbürgermeisterin den Entschluss.Wie man einen so bewährten Standort wie die Roland-Kaserne mit 930 Dienstposten auflösen kann, ist für die Verwaltungschefin völlig unverständlich. Mit Aufträgen an Firmen der Region in Höhe von insgesamt mehr als 7,5 Mio € im vergangenen Jahr ist die Kaserne von hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Diese Entscheidung bringe der strukturschwachen Region um Brandenburg an der Havel noch mehr Unruhe als ohnehin Themen wie Hartz IV schon bescheren, so Tiemann. Die Verwaltungsspitze der Stadt werde sich damit nicht abfinden und kündigte Protest an.

Die Roland-Kaserne bildet zur Zeit rund 150 Soldatinnen und Soldaten für den Einsatz in Afghanistan im kommenden Jahr aus, spätere Führungskräfte werden in Brandenburg an der Havel aus- und weitergebildet. Die Kaserne genießt mit ihren Soldaten einen guten Ruf in der Stadt. „Auch vor diesem Hintergrund würde sich mit der Schließung eine schmerzliche Lücke in der Stadt auftun“, konstatiert Tiemann.
In den vergangenen Wochen und Monaten hatte die Oberbürgermeisterin in der Diskussion um die Standortschließungen wiederholt mit Schreiben an das Bundesverteidigungsministerium vor einer Schließung gewarnt. „Gemeinsam mit den Bundestagsabgeordneten Dr. Margrit Spielmann und Andrea Voßhoff habe ich versucht das Schlimmste zu verhindern“, so Tiemann.
In einem Schreiben an Bundesverteidigungsminister Struck und Ministerpräsident Platzeck fordert die Oberbürgermeisterin nun erneut deren Einsatz für einen Erhalt des Standortes. Sollte der Beschluss des Verteidigungsministers unumgänglich sein, kämpfe ich für einen fairen finanziellen Ausgleich für unsere Stadt, betont Tiemann.

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