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Untersuchungen an der Schleusenbrücke abgeschlossen – Dauerüberwachung sichert weiteren Betrieb

Pressemitteilung vom 14.07.2026

Die Schleusenbrücke wird kontinuierlich überwacht.
Die Schleusenbrücke wird kontinuierlich überwacht.

Die umfassenden Materialuntersuchungen an der Schleusenbrücke sind abgeschlossen. Der abschließende Prüfbericht der beauftragten Sachverständigen liegt dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Spree-Havel und der Stadt Brandenburg an der Havel seit wenigen Tagen vor. Im Ergebnis kann die Brücke weiterhin für den Verkehr geöffnet bleiben, jedoch mit der Voraussetzung einer dauerhaften technische Überwachung. Diese schalltechnische Dauerüberwachung wurde auf Initiative der Stadt bereits installiert und vergangene Woche in Betrieb genommen.

Im Rahmen der Untersuchungen wurden Proben des Spannstahls sowie des Betons und des Verfüllmörtels entnommen und in Speziallaboren untersucht. Dabei bestätigte sich, dass Beton und Verfüllmörtel eine gute Materialqualität aufweisen.

Wie befürchtet, stellt sich die Situation bei den Spannstählen anders dar. Wie aufgrund des Baujahres der Brücke sowie des verwendeten Spannstahls zu erwarten war, wurden zahlreiche Anrisse an den Spanndrähten festgestellt. In der Bauzeit der Schleusenbrücke kamen bundesweit Spannstähle zum Einsatz, bei denen sich erst Jahre später zeigte, dass diese für sogenannte Spannungsrisskorrosion anfällig sind. Dabei entstehen unter der dauerhaft hohen Zugspannung zunächst feine Risse, die sich im Laufe der Zeit vergrößern und schließlich zum Bruch einzelner Drähte führen können.

Bereits während der Probenentnahme wurden zahlreiche Anrisse sichtbar. Die anschließenden Laboruntersuchungen bestätigten dieses Schadensbild. Teilweise führen die Risse bereits zu erheblichen Querschnittsverlusten einzelner Drähte, wodurch deren Tragfähigkeit als deutlich reduziert zu bewerten ist.

Zum Einsatz kommt nun ein akustisches Messsystem, das charakteristische Schallsignale erkennt, die beim Bruch einzelner Spanndrähte entstehen. Dadurch können mögliche Drahtbrüche nicht nur zuverlässig erkannt, sondern auch räumlich eingegrenzt werden. Ein vergleichbares System wird bereits erfolgreich an der Quenzbrücke eingesetzt.

Die kontinuierliche Überwachung ermöglicht es, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und insbesondere festzustellen, ob sich Drahtbrüche an einzelnen Bereichen der Brücke häufen. Die Messergebnisse werden fortlaufend gemeinsam mit externen Fachgutachtern ausgewertet.

Ergeben sich aus dem Monitoring Hinweise auf eine fortschreitende Schädigung oder eine kritische Häufung von Drahtbruchereignissen, sind weitere Maßnahmen wie zum Beispiel weitergehende Ablastungen des Bauwerks erforderlich.

Das Überwachungssystem ist seit vergangenem Mittwoch in Betrieb. Bislang wurden keine auffälligen Messwerte festgestellt. Solange die Überwachung keine kritischen Entwicklungen zeigt, kann die Schleusenbrücke nach Einschätzung der Sachverständigen weiterhin sicher genutzt werden.

Nach Abschluss der Untersuchungen erfolgt in den nächsten Wochen die abschließende formale Übergabe des Bauwerks an das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Spree-Havel. Dieses hat bereits das Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg mit der Planung des Brückenneubaus beauftragt.