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Wertvoller Einhornteppich ist zurück in der St. Gotthardtkirche

Pressemitteilung vom 19.06.2026

Pfarrer Philipp Mosch hieß die Gäste in der St. Gotthardtkirche willkommen.
Pfarrer Philipp Mosch hieß die Gäste in der St. Gotthardtkirche willkommen und stellte den Werdegang sowie das Programm zur Rückkehr des Einhornteppichs vor.
Die Bedeutung ist zwar nicht vollends geklärt, aber ein Kunstschatz ist der Einhornteppich aus dem 15. Jahrhundert jedenfalls.
Die Bedeutung ist zwar nicht vollends geklärt, aber ein Kunstschatz ist der Einhornteppich aus dem 15. Jahrhundert jedenfalls.
Eine neue Vitrine schützt den Einhornteppich in der Taufkapelle.
Eine neue Vitrine schützt den Einhornteppich in der Taufkapelle.

Nach umfangreicher Restaurierung ist der spätmittelalterliche Einhornteppich an seinen angestammten Platz in der Taufkapelle der St. Gotthardtkirche zurückgekehrt. Das kunsthistorisch bedeutende Werk, das im Dehio-Handbuch der wichtigsten Kunstdenkmäler im deutschsprachigen Raum verzeichnet ist, wurde heute von Philipp Mosch, Pfarrer der St. Gotthardt- und Christusgemeinde, im Beisein von Oberbürgermeister Daniel Keip der Öffentlichkeit präsentiert.

Brandenburg ist nicht nur reich an sakralen Bauten, sondern beherbergt auch in den Gebäuden so viele unglaubliche Schätze. Wenn Sie doch nur alle erlebten Geschichten erzählen könnten! Jedenfalls gehören sie viel häufiger ins Rampenlicht gerückt. Der Einhornteppich hat seine verdiente internationale Aufmerksamkeit jüngst als Leihgabe in der Ausstellung „Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst“ im Museum Barberini in Potsdam erfahren, wo er gleich nach der Restaurierung gut vier Monate gemeinsam mit mehr als 150 Exponaten aus aller Welt zu sehen war. Ab heute ist das besondere Stück Handwerkskunst nun endlich wieder in unserer Stadt zu bewundern,

freut sich Daniel Keip.

Der vermutlich aus dem 15. Jahrhundert stammende, über fünf Meter lange Wirkteppich ist von der Potsdamer Textilrestauratorin Julia Zitzmann gemeinsam mit Isa Hesse und Mareike Kamm restauriert worden. Die Arbeiten waren notwendig, weil Untersuchungen Schimmel- und Schädlingsbefall sowie weiteren konservatorischen Handlungsbedarf aufgezeigt hatten.

Ermöglicht wurde die Restaurierung durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, die Hermann-Reemtsma-Stiftung, den Freundeskreis der Kulturstiftung der Länder, das Museum Barberini sowie zahlreiche private Spenderinnen und Spender. Dank dieser Unterstützung konnte auch eine neue Spezialvitrine angeschafft werden, die optimale klimatische Bedingungen für die dauerhafte Aufbewahrung des empfindlichen Textils gewährleistet. Darüber hinaus wurde die historische Taufkapelle der Kirche aufgrund von Feuchteschäden saniert.

Bis heute sind Herkunft und ursprüngliche Funktion des Teppichs nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise diente er als Wandteppich, Banklaken oder Altarschmuck. Dargestellt ist eine höfische Jagdgesellschaft, deren Kleidung auf den burgundischen Kulturraum verweist. Im Zentrum der Szene steht eine Jungfrau, die das Horn eines Einhorns umfasst. Das Motiv lässt verschiedene kunsthistorische Deutungen zu und verleiht dem Werk bis heute seine besondere Faszination.

Die öffentliche Präsentation wurde unter anderen von den Bücherkindern der Evangelischen Grundschule Brandenburg an der Havel begleitet, die ein eigens gestaltetes Einhornbuch mit eigenen Texten vorstellten. Außerdem präsentierte der Regisseur Mathias Frick Ausschnitte seiner filmischen Begleitung der Ausstellung im Museum Barberini und des Bücherkinder-Projekts. Frick ist unter anderem Regisseur der ARTE-Dokumentation „Das Einhorn. Kulturgeschichte einer Sehnsucht“.

Die St. Gotthardtkirche ist während der Sommermonate täglich von 11 bis 16 Uhr geöffnet.