Wertvolles Exponat aus dem Museumsfundus wird restauriert

Pressearchiv - Meldung vom 05.11.2015

Pressemitteilung vom 05.11.2015

Ausschnitt: Kreuzigung und Anbetung. Der bislang unbekannte Stifter ist mit seinen Initialen gekennzeichnet: I.L. Neben ihm knien, ebenfalls betend, seine beiden Söhne (Thomas) und Johannes (verstorben). Im Hintergrund könnte die Stadt Brandenburg dargestellt sein.
Ausschnitt: Kreuzigung und Anbetung. Der bislang unbekannte Stifter ist mit seinen Initialen gekennzeichnet: I.L. Neben ihm knien, ebenfalls betend, seine beiden Söhne (Thomas) und Johannes (verstorben). Im Hintergrund könnte die Stadt Brandenburg dargestellt sein.

Zweite Restaurierungs-Patenschaft vergeben – Predella eines Epitaphs begibt sich am Donnerstag, dem 12. November 2015 um 15:00 Uhr auf den Weg in die Restaurierung.

Vor einem Jahr wurden einige Sorgenkinder des Stadtmuseums in einer Kabinettsausstellung zusammen mit einem Fachsymposium der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Titel war vielversprechend: “Unerforscht – Unrestauriert – Museumsobjekte suchen Paten“.

Im Anschluss daran übernahm freundlicherweise der Historische Verein Brandenburg (Havel) e.V. die erste Patenschaft. Dem Vorstand war bei der Auswahl eine Madonna ins Auge gefallen, die aus dem 16. Jahrhundert stammt und sich ehemals im Paulikloster befunden hat. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts war sie dem Stadtmuseum übereignet worden. Nun ist sie wieder in alter Farbenpracht im Museum zu sehen.

Jetzt kann ein zweites wertvolles Exponat aus dem Museumsfundus restauriert werden und danach präsentiert werden. Dr. Renate Johne, Altphilologin aus Berlin, übernimmt eine Patenschaft für eine Bildtafel (0,70 x 0,55 m), die wohl ursprünglich als Predella eines Epitaphs angefertigt wurde. Bemalt wurde sie wohl im 17. Jahrhundert. Aufstellungsort war die Kirche St. Katharina. Von dort aus wurde das Objekt 1942, wohl kriegsbedingt, in das Museum überführt. Thematisiert ist die Kreuzigung Jesu Christi auf dem Berg Golgatha, der Schädelstätte, bei Jerusalem. Eine Familie – Mutter, Vater und mehrere Kinder – verharren in Anbetung zu Füßen des aufragenden Kreuzes. Es könnte sich dabei um die Darstellung des Stifters und seiner Familie handeln. Ihn kennzeichnen die Initialen „I.L“. Ob es sich dabei um ein Mitglied des Rates der Neustadt oder um einen Pastoren handelt, ist nicht bekannt. Eine Predella schließt für gewöhnlich als Bildtafel einen Altaraufsatz nach unten hin ab. Ein Epitaph – Gedächtnismal – wurde früher zur Erinnerung eines geschätzten Verstorbenen in einer Kirche aufgestellt. Der Auftraggeber – Stifter – ließ sich nicht selten ebenfalls darauf abbilden. Zum Gedächtnis des Verstorbenen wurden Seelenmessen davor abgehalten sowie Andachten durchgeführt.

Am Donnerstag, dem 12. November 2015, um 15 Uhr wird die Bildtafel den Weg in die Restaurierung antreten. Ihre Patin begleitet sie dabei. Sie übernimmt die anfallenden Kosten für Dokumentation, Konservierung und Teilrestaurierung. Durchgeführt werden die Arbeiten von dem Brandenburger Diplomrestaurator Ron-Ericson Lühnsdorf. Interessierte sind herzlich dazu eingeladen, der Übergabe beizuwohnen. Ein letzter Blick auf die Tafel lohnt gewiss!

Die Beteiligten – Patin, Museum und Restaurator – erhoffen sich – neben der Restaurierung – auch einen Einblick in die Arbeitsweise des unbekannten Malers. Zu entdecken sind die ursprünglichen Farben und der Malduktus der Tafel.

Helfen auch Sie als Pate oder Patin eines selbstgewählten Objektes dabei mit, das kulturelle Erbe in Brandenburg an der Havel zu erhalten, zu erforschen und besser zu verstehen. Sie wählen Ihr Patenkind unter unseren Schutzbedürftigen selbst aus. Sie stellen die nötigen Mittel bereit, der Restaurator sorgt für die konservatorisch notwendigen Arbeiten. Das Museum wirkt als Auftraggeber und Gelenk in der Kommunikation – nach Vollendung wird das Objekt ausgestellt.

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