Kunst von Menschen in besonderen Lebenslagen
Künstlerinnen und Künstler aus Brandenburg an der Havel mit psychischen Erkrankungen betätigen sich bei der Lebenshilfe Werkstatt und Fliedners Werkstätten der Lafim-Diakonie mit Kunst. Die Werke sind auf einer Wanderausstellung in der Havelstadt zu sehen.
Nach einer Ausstellung im Städtischen Klinikum waren die Bilder bis Mitte März 2026 im Gotischen Haus (Ritterstraße 86) ausgestellt. Ab dem 25. März ist die Ausstellung bis Ende Mai in den VHS-Räumen im Bürgerhaus Hohenstücken (Walther-Ausländer Straße 1) zu sehen.
Des Weiteren werden weitere Standorte in der Havelstadt derzeit erörtert.
Unterstützt wird das Projekt vom Gesundheitsamt der Stadt Brandenburg an der Havel sowie weiteren Kooperationspartnern und Mitgliedern der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG).
Erklärung in einfacher Sprache
Künstlerinnen und Künstler aus Brandenburg an der Havel machen Kunst.
Diese Menschen haben eine psychische Erkrankung.
Sie arbeiten in der Lebenshilfe Werkstatt. Sie arbeiten auch in den Werkstätten der Lafim-Diakonie.
„Psychische Erkrankung“ bedeutet: Die Person hat Probleme mit der Seele oder den Gefühlen.
Die Künstlerinnen und Künstler machen Bilder und andere Kunstwerke.
Sie zeigen ihre Kunstwerke auf einer Wanderausstellung.
„Wanderausstellung“ bedeutet: Die Kunstwerke werden an verschiedenen Orten gezeigt.
Erst waren die Kunstwerke im Städtischen Klinikum zu sehen. Klinikum ist ein anderes Wort für Krankenhaus.Jetzt sind die Kunstwerke im Gotischen Haus. Das Gotische Haus ist in der Ritterstraße 86.
Die Bilder konnte man dort bis Mitte März 2026 ansehen. Danach zieht die Ausstellung an einen neuen Ort.
Ab dem 25. März ist die Ausstellung bis Ende Mai in den VHS-Räumen im Bürgerhaus Hohenstücken (Walther-Ausländer Straße 1) zu sehen.
Es soll demnächst noch mehr Orte für die Ausstellung geben. Die Organisatoren überlegen gerade, welche Orte das sein könnten.
Das Gesundheitsamt hilft bei diesem Projekt mit.
Noch mehr Menschen helfen mit. Zum Beispiel die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft. Eine Arbeitsgemeinschaft ist eine Gruppe von Menschen. Sie arbeiten zusammen und überlegen, wie man anderen Menschen helfen kann.
Pressemitteilungen zum Projekt
Vorstellung der Projektpartner
In der Lebenshilfe Werkstatt Brandenburg an der Havel finden Menschen mit einer psychischen Erkrankung individuelle und vielfältige Arbeitsangebote sowie kreative Möglichkeiten zur Entfaltung. Ein begleitendes Angebot ist ein Keramikkurs. Drei der ausgestellten Skulpturen wurden dort von Mitarbeitenden mit einer psychischen Erkrankung unter Anleitung eines Keramikers gefertigt. Die künstlerische Arbeit bietet Raum für Ausdruck, Stabilisierung und persönliche Entwicklung.
Unter dem Leitgedanken „Die Gedanken sind frei“ setzen die Künstlerinnen und Künstler Gedanken, Gefühle, Erfahrungen und Sorgen in ihren Werken um. Die kreative Tätigkeit unterstützt das Wohlbefinden, stärkt individuelle Fähigkeiten und findet in einer Atmosphäre von Akzeptanz, Verständnis und Zusammenhalt statt.
Auch in den Fliedners Werkstätten der Lafim-Diakonie in Brandenburg an der Havel ist Kunst ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags einzelner Beschäftigter. Seit über 10 Jahren begleitet eine Kunstpsychotherapeutin einen entsprechenden Kurs. Teilnehmende aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen kommen zusammen, um an eigenen Projekten zu arbeiten. Inspiriert von Farben, Formen, Materialien und Künstlergruppen entstehen Werke, die persönliche Geschichten sowie Gedanken und Gefühle widerspiegeln.
Keramik-Werkstatt der Lebenshilfe: Wie mit Kunst Gedanken eine Form bekommen
Mit Ton, Farben und viel Geduld entstehen in Brandenburg an der Havel besondere Kunstwerke. Geschaffen werden sie von Menschen mit psychischen Erkrankungen, die in der Lebenshilfe Werkstatt Brandenburg an der Havel sowie in den Fliedners Werkstätten der Lafim-Diakonie kreativ arbeiten. Ihre Werke erzählen Geschichten, drücken Gefühle aus und zeigen, wie Kunst dabei helfen kann, den eigenen Weg zu finden.
Die entstandenen Arbeiten sind derzeit Teil einer Wanderausstellung. Nach einer ersten Station im Städtischen Klinikum waren die Exponate bereits im Gotischen Haus in der Ritterstraße und im Bürgerhaus Hohenstücken zu sehen. Weitere Ausstellungsorte in der Havelstadt sind geplant.
Wie viel Herzblut in jedem einzelnen Werk steckt, zeigt ein Blick hinter die Kulissen der Lebenshilfe Werkstatt in der Wredowstraße. Seit mehr als 30 Jahren entstehen dort Keramiken in Handarbeit. Gemeinsam mit dem Künstler Brigk Münchehofe formen die Teilnehmenden aus Ton Vasen, Blumen, Tiere, Haustürschilder und dekorative Figuren. Besonders beliebt sind derzeit Igel und Fische. Auch Preise für Wettbewerbe und Auszeichnungsveranstaltungen werden hier gestaltet. Nach dem Formen trocknen die Werke etwa eine Woche, werden im Brennofen gebrannt und anschließend glasiert, um sie haltbarer und schöner zu machen. Für Keramiken im Außenbereich empfiehlt Münchehofe, sie im Winter vor Frost zu schützen – entweder auf einer Holzplatte aufzustellen oder während der kalten Monate im Haus aufzubewahren.
Für Katja Schadack vom Sozialen Dienst der Lebenshilfe ist der Keramikkurs weit mehr als ein kreatives Freizeitangebot:
„In drei Gruppen mit jeweils etwa sechs Menschen können unsere Beschäftigten ihre Ideen in Form bringen. Es entsteht nicht nur etwas Wertvolles, das zum Beispiel auf dem Regionalmarkt im Paulikloster oder beim Gartenmarkt auf dem Neustädtischen Markt verkauft wird. Die Beschäftigten stärken auch ihr Selbstbewusstsein und verarbeiten durch Kreativität ihre Krankheit.“
Unter dem Leitgedanken „Die Gedanken sind frei“ finden Gefühle, Erfahrungen und Hoffnungen ihren Ausdruck in den Kunstwerken. Die kreative Arbeit schafft einen geschützten Raum, in dem individuelle Fähigkeiten wachsen können – geprägt von gegenseitigem Verständnis, Akzeptanz und Zusammenhalt.
Wie unterschiedlich die Inspirationen sind, zeigen die Künstlerinnen und Künstler selbst. Kathleen nimmt seit mehr als acht Jahren am Keramikkurs teil. Ihre Motive findet sie vor allem in der Natur. Igel und Schmetterlinge gehören zu ihren Lieblingsfiguren.
„Bei der Arbeit mit den Keramiken kann ich entspannen. Meine Motive finde ich in der Natur, manchmal sogar im eigenen Garten,“
erzählt sie.
Kristin hat bereits Frösche, Elefanten und beleuchtete Häuser aus Ton gestaltet. Nachdem ihre weihnachtlichen Häuschen im vergangenen Jahr großen Anklang fanden, plant sie für die kommende Adventszeit Wichtel, die als sogenannte Kantenhocker Regale und Schränke schmücken.
Dörte begann ihr künstlerisches Schaffen mit Gesichtern und Fischen. Inspiration findet sie im Alltag oder bei Ausstellungen. Viele Eindrücke nimmt sie mit nach Hause und setzt sie anschließend auf ihre ganz eigene Weise in Ton um.
„Die Wanderausstellung macht deutlich, dass hinter jedem Kunstwerk nicht nur handwerkliches Geschick steckt, sondern auch persönliche Erfahrungen, Mut und Kreativität. Sie lädt dazu ein, Menschen mit psychischen Erkrankungen unvoreingenommen zu begegnen – und ihre Werke nicht über ihre Erkrankung, sondern über ihre Ausdruckskraft zu betrachten. Kunst wird so zu einer Sprache, die verbindet und zeigt, welche Fähigkeiten in jedem Menschen stecken,“
sagt Brandenburgs Psychiatrie-Koordinatorin Catrin Krüger.
Bilder zum Keramikprojekt der Lebenshilfe
Informations-Material zur Ausstellung
Hier finden Sie das Plakat zur aktuellen Ausstellung zum Herunterladen.
Auf dem Plakat befindet sich ein QR-Code, der zur Stadtseite mit ausführlichen Erläuterungen führt und dem Standort der Ausstellung.
Kontakt
Psychatrie-Koordinatorin
Catrin Krüger
E-Mail: catrin.kruegerstadt-Brandenburg.de
Telefon: (03381) 585340


















































