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Neuzeitliche Friedhöfe im Fokus der Forschung

Pressemitteilung vom 20.10.2026

Poster mit Skelett-Grafik
Poster der Archäologen-Tagung

Eine Fachtagung im Paulikloster widmet sich Bestattungsbräuchen, historischen Funden und neuen Erkenntnissen über das Leben zwischen 1600 und 1900.

Neuzeitliche Friedhöfe sind wertvolle Quellen für die archäologische und historische Forschung. Schmuck, erhaltene Kleidung, Grabbeigaben und menschliche Überreste ermöglichen Einblicke in Bestattungsbräuche, regionale Traditionen und die Lebensbedingungen vergangener Jahrhunderte. Welche Erkenntnisse sich daraus gewinnen lassen und welche Herausforderungen die Ausgrabung solcher Gräber mit sich bringt, steht im Mittelpunkt einer Fachtagung am 5. und 6. November 2026 in Brandenburg an der Havel.

Die Stadt Brandenburg an der Havel, das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum (BLDAM) laden dazu Fachleute aus Archäologie, Grabungstechnik, Anthropologie, Biologie und Geschichte in das Paulikloster, Neustädtische Heidestraße 28, ein. Unter dem Motto „Explorate sepulcrum – Erkundet das Grab!“ soll die Tagung den interdisziplinären Austausch fördern und neue Ansätze für die Erforschung neuzeitlicher Bestattungsplätze diskutieren.

Hintergrund ist, dass geschlossene Friedhöfe zunehmend wieder bebaut werden. Bei solchen Vorhaben stoßen Archäologen immer häufiger auf Gräber aus der Zeit zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert. Diese stellen besondere Anforderungen an die Ausgrabung und Dokumentation. Denn neben den menschlichen Überresten finden sich dort oft Schmuck, Textilien und weitere Beigaben, die ungeahnte Herausforderungen an Freilegung und Konservierung darstellen. Der fachgerechte Umgang mit diesen empfindlichen Funden erfordert besondere Kenntnisse. Zugleich gibt es bislang vergleichsweise wenige wissenschaftliche Veröffentlichungen zu neuzeitlichen Friedhöfen.

Die Tagung greift deshalb grundlegende Fragen auf: Wie lassen sich neuzeitliche Friedhöfe sachgerecht ausgraben? Worin unterscheiden sie sich von älteren Bestattungsplätzen? Welche Bedeutung hatten die zahlreichen Grabbeigaben? Und was verraten die Funde über religiöse Traditionen, regionale Bräuche und die Lebensumstände der Verstorbenen? Auch mögliche konfessionelle Unterschiede und die Aussagekraft naturwissenschaftlicher Untersuchungen werden thematisiert.

„Wir wollen uns dem Tagungsthema in zwei Blöcken nähern: Im ersten Teil wird es um die Herausforderungen der Ausgrabung und den unmittelbaren Umgang mit dem Fundmaterial gehen. Im zweiten Teil steht die Erforschung von Bestattungsplätzen aus der Zeit zwischen 1600 und 1900 mit ihren mannigfaltigen Facetten im Mittelpunkt. Die Tagung wird zugleich innovative Ansätze diskutieren und das Netzwerk der Forschenden zum Thema neuzeitliche Bestattungsplätze stärken,“

sagt Janina Ludwig vom Amt für Stadtentwicklung und Denkmalschutz.

Die Teilnahme an der zweitägigen Fachtagung kostet 25 Euro. Interessierte können sich per E-Mail anmelden.

Das Tagungsprogramm.