Bürgerschaftsbeteiligung
Das Fachgremium – wir wollen wissen, worüber wir reden
Fundierte Meinungsbildung ist nur möglich, wenn man auch weiß, worüber man spricht, welche Möglichkeiten, aber auch Grenzen es gibt, unter anderem in technischen Fragen. Daher steht den Teilnehmenden über die gesamte Projektlaufzeit ein Fachgremium zur Seite.
Unsere Bürgerbeteiligung zu „Let’s play Klimaanpassung“
Am 28. Oktober 2024 startete die Bürgerschaftsbeteiligung zu dem Modellprojekt „Let’s Play Klimaanpassung“ der Stadt Brandenburg an der Havel und wurde am 29. September 2025 abgeschlossen. Ziel des Projekts war es, gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern klimaangepasste und lebenswerte öffentliche Räume zu gestalten und digitale Tools zu erproben. Konkret wurde eine Simulation, ein „Serious Game“, für die südliche Bauhofstraße entwickelt, in der die Platzierung von Klimaanpassungsmaßnahmen ermöglicht war. In dem Spiel „StadtSpielRaum“ bestand die Möglichkeit die Auswirkungen auf Starkregenereignisse und Hitzwellen der gewählten Maßnahmen zu erleben.
Am 4. November 2024 fand ein gemeinsamer Ortstermin des Bürger- und Fachgremiums in Brandenburg an der Havel statt. Bei einer Begehung der Bauhofstraße wurden erste Ideen zur klimaresilienten Umgestaltung der Straße gesammelt. Im Fokus standen Maßnahmen wie zusätzliche Begrünung, nachhaltiges Wassermanagement und Elemente für mehr Aufenthaltsqualität, die in einer anschließenden Diskussionsrunde im Paulikloster vertieft wurden.
„StadtSpielRaum“: Neues Klimaanpassungsspiel entsteht in Brandenburg an der Havel – Meilenstein im Beteiligungsprojekt „Let’s play Klimaanpassung“ erreicht
Die Stadt Brandenburg an der Havel treibt mit dem Modellprojekt „Let’s play Klimaanpassung“ die digitale Bürgerbeteiligung voran. Am Montag, 9. Dezember, fand eine intensive Beteiligungsphase ihren erfolgreichen Abschluss. Nun steht das Spielkonzept und -design sowie der Name für das digitale Klimaanpassungsspiel der Stadt Brandenburg: „StadtSpielRaum“.
„StadtSpielRaum“ ist ein sogenanntes „Serious Game“ und verfolgt das Ziel, die Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Stadtentwicklung einzubinden. Als digitales Beteiligungsspiel ermöglicht es den Spielenden, die Bauhofstraße – als zentral gelegenes Modellareal in Brandenburg an der Havel – virtuell (um)zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen Klimaanpassung und nachhaltige Stadtentwicklung. Die Spielenden werden die Möglichkeit haben, Anpassungsmaßnahmen spielerisch zu testen und deren Auswirkungen auf die Umwelt virtuell nachzuvollziehen.
Am 11. November fanden sich die Bürgerinnen und Bürger, sowie das Fachgremium zum digitalen Austausch zusammen. Auf der Agenda stand die Vorstellung des Spiel-Prototypen von der Technischen Hochschule Brandenburg und die Erarbeitung der Szenarien. Es wurde sich auf fünf Szenarien geeinigt, die im Verlauf des Termins in Kleingruppen mit Inhalten befüllt wurden. Diese Szenarien sind für das Spiel wichtige Wegweiser, um zum Beispiel Entscheidungen für einen wassersensiblen, hitzeresistenten oder sozial interaktiven öffentlichen Raum zu treffen.
Am 25. November ging es vertiefend im bekannten digitalen Format weiter (Videokonferenz mit Big Blue Button). An diesem Beteiligungstermin stand die Erarbeitung von Spielobjekten im Fokus. Zunächst musste der vergangene Termin abgeschlossen werden und in einer Umfrage legten die Bürgerinnen und Bürger sowie das Fachgremium die Titel und Beschreibung der Szenarien per Umfrage fest. Die Entwicklung von Objekten erfolgte in Kleingruppen. In den digitalen Räumen wurden sechs Favoriten-Objekte je Szenario auf einer digitalen Pinnwand festgehalten. Zum Beispiel standen im Szenario „Stadtgrün“ die Objekte heimischer Laubbaum oder eine Kräuterwiese auf der Wunsch-Liste. Alle 30 Objekte wurden im Anschluss in eine Live-Befragung gerankt, sodass die Top 20 feststand. Im weiteren Schritt des Termin haben die Bürgerinnen und Bürger die Objekte den jeweiligen Szenarien einer Bewertung unterzogen.
Spielphase „StadtSpielRaum“
Vom 10. Mai 2025 bis zum 27. Juli 2025 waren alle interessierten Brandenburgerinnen und Brandenburger aufgerufen, sich aktiv zu beteiligen. Die Aufgabe: persönliche Gestaltungsentwürfe am Beispiel der südlichen Bauhofstraße entwickeln. Es gab verschiedene Objekte, die sich unterschiedlich auf die Erfordernisse einer Stadtplanung auswirkten. Wird vom Planenden beispielsweise mehr Wert auf Grünanlagen gelegt, oder sind Versickerungsflächen zum Umgang mit Starkregen-Ereignissen von Relevanz? Durch eine interaktive Simulation konnten Spielende verschiedene Anpassungsmaßnahmen testen und erleben, wie sich ihre Entscheidungen auf klimatische Extremereignisse wie Starkregen oder Hitzewellen auswirken.
Kinder und Jugendworkshop
Aus dem Projektteam der Stadtentwicklung sind Schulworkshops zur Vorstellung des Spiels durchgeführt worden. Die Workshops fanden am Bertolt-Brecht-Gymnasium in einer 11. und einer 9. Klasse sowie am Oberstufenzentrum Alfred Flakowski in zwei Klassen der Jahrgangsstufe 12 statt. Außerdem wurde der Jugendclub CaT (Club am Trauerberg) besucht, wo das Spiel über mehrere Altersstufen hinweg gemeinsam gespielt wurde.
Im Rahmen dieser Unterrichtsstunden haben die Mitarbeiterinnen zahlreiche positive Rückmeldungen erhalten, die zeigen, wie gut das Projekt bei den Kindern und Jugendlichen ankommt. Ein Serious Game ist eine großartige Möglichkeit Kinder- und Jugendbeteiligung spielerisch umzusetzen und wertvolle Impulse von jungen Menschen zu sammeln.
Das direkte Feedback aus den Unterrichtseinheiten ist äußerst motivierend: Schülerinnen und Schüler berichten, dass das Spiel eine tolle Möglichkeit ist, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Nach dem Spielen zeigen sich viele überrascht darüber, wie kostenintensiv einzelne Maßnahmen tatsächlich sind, was das Spiel noch realistischer macht. Zudem äußern sie den Wunsch nach noch mehr Objekten oder einer größeren Vielfalt im Spiel – eine Anregung, die mitgenommen wurde, aber leider zum damaliegen Projektstand nicht mehr umsetbar war.
Der Bereich Stadtentwicklung dankt den Lehrpersonen Frau Patz vom Oberstufenzentrum Alfred Flakowski, Herrn Holicki vom Bertolt-Brecht-Gymnasium sowie dem Mitarbeiter Herrn Verse aus dem Jugendclub CaT (Club am Trauerberg) für die sehr kooperative Zusammenarbeit






























