St. Johanniskirche

Ehemalige Franziskanerkirche St. Johannis

Nach 1237 ließen sich die Franziskaner am Rande der Altstadt nieder. Sie errichteten um 1250-70 eine langgestreckte, flachgedeckte Saalkirche aus Backstein mit schlanken Fensterschlitzen, die in beiden Langhausmauern erhalten ist.

Um 1300 wurden die Schlitze mit Strebepfeilern zugesetzt und die Mauern auf fast doppelte Höhe gebracht. Die Rosette über dem Nordportal, die Fenstermaßwerke  und der Weinlaubfries gehören zu den schönsten ihrer Art in der Backsteingotik.

Der 1411-20 erbaute Laternenchor folgt dem Vorbild der Berliner Klosterkirche. Unterfenster erlaubten allseitigen Einblick. Im 14./15. Jh. wurden Sakristei, Kapellen und Bibliothek im Norden angefügt, im Süden 1460-69 der Glockenturm.

An die Kirche grenzte südlich eine zweihöfige Klosteranlage, die zugleich die südliche Ecke der Stadtbefestigung bildete. Sie wurde 1865 abgebrochen.
 

St. Johanniskirche am Salzhof-Ufer
Johanniskloster vor 1755

Restaurierung der St. Johanniskirche

Auf Morast gegründet, verlor die Kirche früh ihre Gewölbe. Restauriert als Kirche der Refugiés 1787 und 1850, vernichtete ein Bombentreffer 1945 das westliche Joch und die Westmauer. Das Dach stürzte im August 1986 ein. 1992 notgesichert, folgte 2007/08 die Stabilisierung der Ruine, ab 2012 der Ausbau, der eine vorübergehende Nutzung als Blumenhalle für die Bundesgartenschau 2015 ermöglichte. Hier gelangen Sie zur Video-Dokumentation der Restaurierungsarbeiten 2012.
 

Bundesgartenschau 2015 in der St. Johanniskirche
Süd-West-Ansicht der St. Johanniskirche

Im Zuge der Sanierung der St. Johanniskirche zur BUGA 2015 wurde die nördliche Chornische geöffnet und der spätmittelalterliche Zugang zur Sakristei wiederhergestellt. Dabei wurden mittelalterliche Wandmalereien entdeckt, die 2013 von Susanne Nitsch vollständig freigelegt und konserviert werden konnten. Die Rücklage der Nische zeigt eine "Marienkrönung zwischen Engeln". Die Laibung der Nische ist durch florale Ornamente gestaltet.

Endoskopische Untersuchungen der übrigen vermauerten Chornischen ließen auch hier farbige Wandmalereien hinter der Vermauerung vermuten. Die Freilegung dieser fast 600 Jahre alten Malereien konnte aus Kosten- und Zeitgründen nicht mehr im Rahmen der Kirchensanierung durchgeführt werden und sollte daher nach der BUGA sukzessive mit Hilfe von Spenden und Sponsoren erfolgen, wobei die Öffnung der einzelnen Nischen immer nur geschehen kann, wenn die umgehende Konservierung und ggf. Restaurierung der dahinterliegenden Malereibefunde finanziell gesichert ist, um deren Bestand keinesfalls zu gefährden. Ca. 6.000,- EUR werden jeweils benötigt, um eine Chornische öffnen und die Wandmalereien freilegen und konservieren zu können.

Die andauernde erfolgreiche Spendenaktion ermöglichte 2016 das Öffnen einer zweiten Nische mit überaus großartigen Wandmalereien von herausragender Qualität und Wertigkeit.

Ausschnitt der 2013 freigelegten mittelalterlichen Chornische
2016 freigelegte mittelalterliche Wandmalerei im Chor

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Bei Fragen oder dem Wunsch nach Ausstellung einer Spendenbescheinigung, wenden Sie sich bitte an Katrin Witt, Fachgruppenleiterin Denkmalschutz, Telefon 03381-586331 oder per Email katrin.witt(at)stadt-brandenburg.de

Mehr Informationen zur Freilegung der mittelalterlichen Wandmalereien erhalten Sie in unserem Flyer. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

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