St. Nikolaikirche

Gebäudeansicht

Erstmals wurde die St. Nikolaikirche, eine dreischiffige Backsteinbasilika im Jahre 1173 in einer Urkunde erwähnt. Zunächst diente sie als Kirche für die Handelssiedlung Luckenberg. Jedoch durch die Vereinigung Luckenbergs mit der Altstadt verlor sie an Bedeutung und verfiel. Die nächste Erwähnung findet man erst 1403. Johann von Quitzow aus Plaue nutzte das Gebäude mit seinem Gefolge als Hinterhalt gegen die Bürger der Altstadt. Nach der Erneuerung 1467 erhielt St. Nikolai seinen eigenen Priester und feierte bis zur Reformation regelmäßig die Hl. Messe.

Nach 1712 übernahm der Magistrat die Verwaltung der Kirche, die mittlerweile den unterschiedlichsten Nutzungen diente, wie einem Lazarett und Gefangenenlager bis hin für Erbbegräbnisse. Auf Anweisung der königlichen Regierung in Potsdam drohte der Kirche 1845 der Abriss, was aber Gott sei Dank nicht in die Tat umgesetzt wurde. 1901 begann die erste umfangreiche Rekonstruktion seit dem 15. Jahrhundert. Die Grabkammern wurden beseitigt und die romanischen Rundbogenfenster wiederhergestellt. Im Jahre 1945 wurde St. Nikolai von einer Sprengbombe getroffen, so dass Turm und Dächer zerstört wurden. Mit viel Engagement baute die St. Gotthardtgemeinde die Kirche wieder auf.

Auf Dauer jedoch sah sich die Gemeinde außer Stande, zwei Kirchen zu unterhalten, und so wurde St. Nikolai 1975 ausgeräumt und nicht mehr genutzt. Vandalismus und Witterungseinflüsse führten schnell zu einem schlimmen Zustand des Bauwerks. Nunmehr zeigt die katholische Kirche Interesse. Nach allen notwendigen Absprachen, durch Pfarrer Richard Rupprecht, konnte am 01.03.1992 ein Schenkungsvertrag zwischen der evangelischen St. Gotthardtkirche und der katholischen Dreifaltigkeitskirche abgeschlossen werden. Als Gebets- und Gedenkstätte für die Opfer ungerechter Gewalt dient die Kirche nunmehr der regelmäßigen Feier des Gottesdienstes, der ökumenischen Begegnung insbesondere beim Friedensgebet sowie verschiedenen anderen kirchlichen Zwecken.