St. Paulikloster

Das ehemalige Dominikanerkloster St. Pauli gehört zu den besterhaltenen Bettelordensklöstern im Bundesland Brandenburg.
Der Markgraf von Brandenburg besaß im 13. Jh. im Südteil der von ihm gegründeten Neustadt einen Hof, den er 1286 an den Bettelorden der Dominikaner zur Einrichtung eines Klosters schenkte. Zu diesem Zeitpunkt war wahrscheinlich bereits der langgestreckte gotische Chor der Kirche fertiggestellt. Bis gegen 1300 wurde der Ostflügel des Klosters errichtet, in dem vorübergehend alle Funktionen des Klosters untergebracht werden konnten. Begonnen wurde auch der Bau des dreischiffigen Langhauses. Klausur und Kirche wurden bis zu einer deutlich sichtbaren Baunaht geführt, die sich von Norden nach Süden durch das ganze Ensemble zieht. Von hier auswurden die Bauarbeiten dann abschnittsweise fortgesetzt bis um die Mitte des 14. Jhs. mit der Vollendung des Südflügels das Geviert der Klausur geschlossen werden konnte. Trotz der relativ langen Bauzeit wurden Kirche und Kloster streng nach einheitlichem Plan ausgeführt. Der schlicht-elegante Stil der Backsteingotik spiegelt die Geisteshaltung der gebildeten Bettelmönche. Das Raumprogramm umfasste Kapitelsaal und Dormitorium im Ostflügel, Sommer- und Winterrefektorium, Bibliothek und Scriptorium im Westflügel, wohl auch Räume zur Unterbringung des Markgrafen bei seinen Aufenthalten in der Stadt.

Im späten 15. Jh. fügte man westlich der Kirche die Marienkapelle hinzu, über der ein neuer Bibliotheksraum angeordnet war.
Nach der Reformation gingen Kirche und Kloster in den Besitz der Stadt über, die hier ein Spital und ein Altenheim einrichtete. Bei den Gefechten im April 1945 wurde das Ensemble bis auf die Umfassungsmauern zerstört. Nachdem ein Umbau zum Museum in den 1960er Jahren stecken geblieben war, begann man 2004 mit den Arbeiten für eine Museumsnutzung. 2008 eröffnete das Archäologische Landesmuseum, das in der ehemaligen Klausur einen vollständigen Überblick über 130.000 Jahre Geschichte des Bundeslandes Brandenburg gibt.

Besonders sehenswert ist das figürliche Chorscheitelfenster, das nach Abschluss der Sanierung in die Kirche zurück geführt wurde.

Altes Bauwerk in neuem Glanz

Eines der interessantesten und das Stadtbild von Brandenburg an der Havel in besonderer Weise prägendes Baudenkmal erstrahlt seit dem Jahr 2007 in neuem Glanz. Aus Mitteln der EU, des Bundes, des Landes Brandenburg und der Stadt Brandenburg an der Havel wurde das im Zweiten Weltkrieg stark zerstörte ehemalige Dominikanerkloster und die Kirche St. Pauli saniert und für eine nachhaltige öffentliche Nutzung umgebaut.

Archäologisches Landesmuseum

Ab Mitte 2008 zeigt das Archäologische Landesmuseum Brandenburg im Paulikloster einen repräsentativen Überblick über die Kulturgeschichte in Brandenburg bis in die jüngste Vergangenheit. In einem chronologischen Rundgang werden die kostbaren Funde der Stein-, Bronze- und Eisenzeit, die Funde aus der römischen Kaiserzeit, dem slawischen und deutschen Mittelalter sowie der Neuzeit präsentiert. Mehr als 130.000 Jahre kultureller Reichtum und geschichtliche Vielfalt des Landes Brandenburg sind in den Räumen der ehemaligen Klausur auf 2.100 m² vermittelt. Die Klosteranlage, selbst bedeutendes Denkmal, ist Teil der Dauerausstellung, so wie sie Teil und Spiegel der wechselvollen Landesgeschichte ist.

Mehr Informationen auf der Internetseite: www.landesmuseum-brandenburg.de 

Der besondere Veranstaltungsort

Die dreischiffige Klosterkirche offeriert atemberaubende Eindrücke und kann für Veranstaltungen verschiedener Coleur genutzt werden. Das gotische Mauerwerk erreicht eine Höhe von 17 Metern, bei einer Dachspitze von 30 Metern. Auf 800 m² erschließt sich ein markanter und individueller Raum.

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