Pressemitteilung

27.04.2021

Vergessenen Kindern im Lockdown eine Stimme geben - Wenn Eltern suchtkrank sind, leiden die Kinder!

Vergessenen Kindern im Lockdown eine Stimme geben - Wenn Eltern suchtkrank sind, leiden die Kinder!

Millionen Deutsche trinken zu viel. Schätzungsweise wächst jedes 6. Kind in einer Familie auf, bei dem mindestens ein Elternteil von einer Alkoholerkrankung bzw. einer Suchterkrankung betroffen ist. An erster Stelle steht die Abhängigkeit von Alkohol, es folgen die Abhängkeit von illegalen Drogen, Spielsucht und andere Süchte.

Viele Studien weisen darauf hin, dass Kinder von Eltern, die von Alkohol oder von anderen Drogen abhängig sind, ein großes Risiko tragen, ebenfalls in ihrem späteren Leben Probleme zu haben.

Gefährliche Flucht in die Sucht - Durch den Lockdown steigt der Alkoholkonsum in Deutschland, die Suchtprobleme nehmen zu. Die Kontaktbeschränkungen der vergangenen Monate, die Schließung der Schulen und Kitas haben die Lage der betroffenen Kinder noch einmal verschärft.

Um auf diese Kinder aufmerksam zu machen, verteilte Martina Krug, Gesundheitsförderin der Stadt Brandenburg an der Havel, an alle Kindertagesstätten, Grundschulen und Horte der Havelstadt die NACOA Broschüre "Kinder aus suchtbelasteten Familien - Hilfen zur Unterstützung in Kindertagesstätte und Grundschule". In dieser Broschüre werden Kernkompetenzen aufgezeigt, die im Umgang mit Kindern aus Suchtfamilien wichtig sind.

In Familien, in denen ein Elternteil alkoholkrank ist oder von anderen Süchten betroffen ist, bleibt für die Kinder wenig Raum für Zuwendung. Damit sie im Suchtsystem überleben können, nehmen sie durch das System definierte Rollenmuster an. Diese Rollenmuster "der Held, das schwarze Schaf, das stille Kind, der Clown" sind in der Broschüre beschrieben.

Alle Leiterinnen und Leiter der genannten Betreuungseinrichtungen sind sich der besonderen Situation für die Kinder in dieser Zeit, die das Leben der Familien auf vielfältige Weise verändert, bewusst.

Das Angebot, sich über die besondere Situation der Kinder zu informieren und aufmerksam den Kindern gegenüber zu sein, nahmen die Erzieher gern an. 

In mehreren Kitas wurde darüber berichtet, dass bei einigen Eltern eine Alkoholerkrankung vermutet wird. Die Sucht in ihren unterschiedlichen Facetten wurde besprochen.

In der jetzigen Zeit ist der Kontakt zu den Eltern erheblich eingeschränkt. Durch die Abgabe des Kindes an der Tür kann kaum ein Gespräch zwischen Eltern und Erzieherinnen und Erzieher stattfinden. 

Deshalb ist es gut, sich aus der Broschüre hilfreiche Botschaften zur Unterstützung für die Kinder in dieser besonderen Situation zu holen. Die Erzieher werden befähigt, die richtigen Worte für die Kinder zu finden und sie in ihrer Resilienz zu stärken.

NACOA Deutschland - Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien in Deutschland e.V.

Alkohol ist die in Deutschland am meisten konsumierte Droge. Deshalb wird im Artikel hauptsächlich über alkoholkranke Eltern gesprochen, die anderen Süchte sind ebenfalls mit einbezogen.

Diese Broschüre, aber auch weitere wie „Sucht und Familie- Gemeinsam Lösungen finden“ kann im Gesundheitsamt unter der Telefon-Nr.:   03381 58 53 40 oder unter martina.krug@stadt-brandenburg.de angefordert werden. 

Über Beratungsangebote und Möglichkeiten der Hilfe informiert ebenfalls Andrea Lemke, Sozialpädagogin, AH e. V. Sucht und Drogenberatungsstelle, Telefon-Nr.: 03381 524975 oder unter andrea.lemke(at)ah-brandenburg.de

Bilder in Hochauflösung

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